Kanadische Austauschschülerin verlässt die Wilhelm-Filchner-Schule

Drei aufregende Monate

Die drei sind mit dem Schüleraustausch rundum zufrieden: (von links) Julia Deichmann, Lehrerin Dagmar Ullrich-Freiling und Emily Holden. Foto: Laumann

wolfhagen. Zwei Mädchen, zwei Nationen, eine Meinung: „Es war eine gute Zeit“, sind sich Emily Holden und Julia Deichmann einig. Hinter der Kanadierin und der Ehlenerin liegen jeweils drei Monate in einem fremden Land. In wenigen Tagen ist für sie das Projekt Schüleraustausch beendet. Emily verlässt die Wilhelm-Filchner-Schule und kehrt nach Kanada zurück - mit vielen Erfahrungen und Wehmut.

Vor dem Austausch stand der Papierkram: Deichmann hatte sich beim Staatlichen Schulamt für den Landkreis Groß-Gerau um einen Platz im Deutsch-Kanadischen Schüleraustausch beworben. Mit Erfolg. Sie durfte mit acht weiteren hessischen Schülern nach Kanada.

Die ersten E-Mails

Im Juni dann der erste Kontakt zu Emily. „Es hat einfach gepasst“, sagt Deichmann. Die beiden 16-Jährigen lernten sich kennen, verstanden sich immer besser.

Im August 2010 war es soweit: Teil eins des Schüleraustausches startete, Julia flog nach Kanada. Ihr Ziel: Edmonton. Drei Monate verbrachte sie bei den Holdens, lernte Land und Leute kennen. Und sie drückte die Schulbank. „Es war einfach toll. Es hat viel gebracht“, blickt Deichmann zurück.

Drei Monate später sahen sich die 16-Jährigen wieder - unter umgekehrten Vorzeichen. Dieses Mal war Julia Deichmann die Gastgeberin und Emily Holden der Gast.

Die Kanadierin ging so wie die Ehlenerin in die Jahrgangssstufe elf. Zusammen mit ihrer Betreuungslehrerin Dagmar Ullrich-Freiling sprach sie den Stundenplan ab: Englisch, Deutsch. Politik, Geschichte, Mathe, Sport und Kunst. Darüber hinaus unterstützte sie die Englischlehrer und besuchte die siebten Klassen. Die hatten zufällig das Thema Kanada auf dem Lehrplan. „Da ist es super, eine Muttersprachlerin an der Schule zu haben“, sagt Ullrich-Freiling.

Reisen mit der Familie

Neben der Schule reiste sie mit Familie Deichmann durch halb Deutschland: Hannover, Braunschweig, München und Papenburg. Emily Holden war immer dabei. Ein Höhepunkt: Das Treffen der kanadischen Austauschschüler in Berlin. „Shoppen, essen, quatschen, den Bundestag besichtigen. Es war aufregend“, sagt Holden mit einem Lachen. Ernst wird sie mit Blick auf den nahen Abschied: „Ich freue mich, meine Familie und Freunde wiederzusehen. Aber ich bin nicht glücklich, wieder nach Kanada zu fliegen.“ Deichmann und Holden versprechen einander, sich wieder zu besuchen. Ganz bestimmt.

Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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