Die historische Stahlbrücke über die Schwalm ist etwas Besonderes, aber marode

Drei für ein Denkmal

Eine Brücke sollte verbinden: Von links Ralf Kohl (Planer), Michael Neuner (Initiator), Klaus Ganz (Denkmalschutz des Landkreises) machen sich für die Sanierung der historischen Stahlbrücke über die Schwalm am Schloss Loshausen stark. Foto: Grede

Loshausen. Der Metallbrücke über die Schwalm am Schloss in Loshausen bescheinigt die Denkmalpflege, einmalig im Landkreis zu sein. Dennoch fristet dieses besondere Stahlbauwerk – verrostet und ohne Planken – ein ziemlich kümmerliches Dasein. Michael Neuner von der im Schloss ansässigen Well-Being-Stiftung versucht nun, eine Sanierung des schützenswerten Denkmals anzustoßen.

Brücken verbinden. So sollte das aus Sicht Neuners auch am Schloss in Loshausen sein. Denn die Schwalm teilt den zum Schloss gehörigen Garten und den Schlosspark, der von der Gemeinde als Festwiese genutzt wird. Beide Areale könnten durch die kleine Stahlbrücke, die vermutlich zwischen 1870 und 1900 erbaut wurde, verbunden sein. Die aber ist zur Zeit nicht begehbar.

Michael Neuner, Planer Ralf Kohl und Klaus Ganz vom Denkmalamt des Landkreises wollen diesen Zustand nun ändern. Denn profitieren würden von einer sanierten Brücke alle Beteiligten. Neuner weist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die unmittelbare Nähe zum neuen Bahnradweg hin, der um eine Attraktivität reicher wäre, die sich mit mancher Aussicht in berühmten Parkanlagen messen lassen könnte.

Erste Schritte hat der Initiator bereits angestoßen. Mit Hilfe Kohls wurden bereits Pläne und Kostenvoranschläge erstellt. Er geht davon aus, dass die Brücke komplett demontiert werden müsste und bei einem Stahlbauer saniert werden könnte. Bis zu 80 Prozent der originalen Bausubstanz sollen dabei erhalten bleiben. Kohl weist auf die besondere Konstruktion der Brücke hin: Jeder Knotenpunkt an den Stahlverstrebungen sei anders verschweißt.

Neuner geht davon aus, dass die Sanierung zwischen 60 000 und 80 000 Euro kosten könnte. Hinzu kämen noch die Kosten für das Angleichen an die Ufergrundstücke und die Holzarbeiten.

Auf finanzielle Unterstützung hofft Neuner von der Gemeinde und Sponsoren. Mit im Boot bei der Sanierung wäre dann auch der Schlosseigentümer, ein Banker aus Frankfurt, der bereits den Burgsitz in Treysa saniert habe, sagt Neuner. Auch die Denkmalpflege hat ihre Unterstützung signalisiert. Das bekräftigt Klaus Ganz vom Denkmalamt des Landkreises.

Planungsziel ist laut Neuner eine Brückensanierung im kommenden Jahr. Dann könnten, so Ganz, Fördermittel vom Land abgerufen werden.

Die Gemeinde steht dem Projekt abwartend, aber nicht abgeneigt gegenüber. Bürgermeister Heinrich Vesper: „Wir werden sehen, wie sich ein Konzept stricken lässt.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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