Drei Harzer Luchse tot aufgefunden

Wolfhager Land. Luchse erobern seit Jahren Lebensräume außerhalb des Harzes und lassen sich dabei auch in den Wäldern des Wolfhager Landes nieder. Allerdings geschieht dies nicht ohne Verluste.

Erst vor wenigen Wochen war ein Harzer Jungluchs auf der A 44 bei Breuna überfahren worden. Zwei weitere Tiere wurden im Norden und Westen des Harzes tot aufgefunden.

Der Luchs, der auf der A 44 im Bereich der Raststätte Bühleck getötet wurde, war im vergangenen Dezember in der Nähe der Okertalsperre von Mitarbeitern des Harzer Luchsprojektes in einer Falle gefangen und mit einem Chip und einer Ohrmarke versehen worden. Er gehörte zu einer Luchsfamilie mit insgesamt vier Jungtieren, berichtete der Luchsexperte des Nationalparks Harz, Ole Anders.

Später wanderte das Jungtier nach Nordhessen aus. Auf der Suche nach einem neuen Streifgebiet legte er eine beachtliche Strecke zurück und schaffte es sogar, die A 7 zu überqueren. Die nächste Autobahn wurde jedoch zur Todesfalle. Anhand der Ohrmarke und des Chips konnte er identifiziert werden. Die anderen beiden Luchse verstarben vermutlich an Krankheiten.

Trotz des Verlustes kann Theo Arend, stellvertretender Leiter des Forstamtes Wolfhagen, der Geschichte noch eine positive Seite abgewinnen: „Es gibt hier Populationen seltener Tiere wie Luchs, Wildkatze und Schwarzstorch.“ Die dichte Besiedelung bleibe dabei allerdings ein Problem, die Autobahnen stellten eine Grenze dar, die besonders Jungtieren zum Verhängnis werden können. Naturschutzverbände propagieren immer wieder die Notwendigkeit von Grünbrücken, über die Tiere zwischen den Revieren wechseln können. An geeigneten Stellen – etwa im Bereich Habichtswald/Baunsberg – hält auch Uwe Zindel, Leiter des Forstamts Wolfhagen, die Brücken für eine sinnvolle Sache.

Quelle: HNA

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