Merxhäuser Forensik - Vitos legt Zahlen der Entweichungen in hessischen Kliniken vor

Drei Patienten waren kurz verschwunden

Merxhausen/Kassel. Neun Entweichungen und einen Ausbruch aus dem hessischen Maßregelvollzug gab es 2010. Die Entweichungsrate liegt bei 1,45 pro 100 Patienten. Die letzten Vergleichsdaten mit 14 Bundesländern datieren von 2008. Damals unterschritt Hessen mit 1,06 pro 100 Patienten den Bundesdurchschnitt von 2,98.

Die Zahlen legten jetzt die Vitos Kliniken vor, die in Hessen für die forensische Psychiatrie verantwortlich sind.

Auch in der Forensik in Merxhausen gab es im Vorjahr drei Entweichungen: Zwei Patienten entfernten sich aus Nachsorgeeinrichtungen, ein dritter von einem Gruppenausgang. Alle drei waren einen Tag später wieder zurück. Geschehen war dies bei Dauerbeurlaubungen beziehungsweise Aktivitäten außerhalb der Klinik, mit denen die Patienten die Möglichkeit erhalten, sich unter realen Lebensbedingungen zu erproben. „Seit der Eröffnung der Klinik im Juli 2007 waren das die ersten Patienten, die getroffene Absprachen nicht eingehalten haben“, so Birgit von Hecker, Ärztliche Direktorin Klinik. Auf Vollzugslockerungen haben die Maßregelvollzugspatienten - in Merxhausen sind es ausschließlich suchtkranke Straftäter - einen gesetzlichen Anspruch. Jede Stufe einer solchen Belastungserprobung müssen sich die Patienten erarbeiten, es erfolgt strenge Kontrolle, geringste Verfehlungen werden geahndet.

Aus der Forensik Hadamar entwichen 2010 vier Patienten, einer brach aus, drei sind inzwischen wieder zurück, die Sicherheitsvorkehrungen wurden verstärkt.

In Eltville entfernte sich ein Patient ohne Absprache aus dem Wohnheim einer Eingliederungseinrichtung. Ein anderer war im Wochenendurlaub wegens eines Missverständnisses einige Stunden nicht erreichbar. Beide waren schon nach kurzer Zeit zurück. (red/bic)

Quelle: HNA

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