Brandursache noch unklar

Nach Feuer in Zimmersrode: Auch zweites Kind gestorben

Zimmersrode. Nach dem Feuer am Donnerstagnachmittag in einem Haus in Neuental-Zimmersrode ist am Freitagmorgen auch das zweite Kind gestorben. Das erste war am Donnerstagabend seinen Verletzungen erlegen.

Das zweijährige Mädchen erlag am Donnerstagabend im Marburger Klinikum seinen Verletzungen. Sein Zwillingsbruder starb am Freitagmorgen im Klinikum Kassel, wie die Polizei mitteilte. Der Gesundheitszustand der 31-jährigen Mutter ist weiterhin kritisch, sie befindet sich auf der Intensivstation des Klinikums Kassel. 

Warum das Feuer in dem Zwei-Familien-Haus ausgebrochen ist, ist auch am Freitagmorgen noch unklar. "Der Brandort wird noch einmal untersucht", sagte ein Polizeisprecher in Kassel.

Die Frau und ihre zweijährigen Zwillinge, ein Junge und ein Mädchen, waren durch einen Rettungstrupp der Feuerwehr bewusstlos aus dem Haus in der Straße Am Teich geholt worden.

Die drei wurden zunächst reanimiert und dann weiter ärztlich versorgt. Ihr Gesundheitszustand sei sehr kritisch, hieß es an der Unglücksstelle.

Aktualisiert am Freitag um 8.25 Uhr

Die Mutter wurde mit einem Krankenwagen und ihr Sohn mit einem Rettungshubschrauber ins Kasseler Klinikum gebracht, die Tochter wurde in eine Marburger Klinik geflogen. Mehrmals habe man sie reanimieren müssen, schließlich sei das Kind seinen schweren Rauchgasverletzungen erlegen.

Laut Polizei wurde der Brand des Zweifamilienhauses um 15.30 Uhr von einem weiteren Bewohner des Hauses, dem Schwager der Frau, gemeldet.

Der 27-jährige Bruder des Familienvaters wurde durch die Feuerwehr über eine Drehleiter aus dem 1. Obergeschoss gerettet. Er erlitt eine Rauchgasvergiftung und wurde ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht.

Als die Feuerwehren aus Neuental an der Unglücksstelle eintrafen, brannte das Erdgeschoss bereits lichterloh. Das Feuer breitete sich dann rasend schnell auf das Obergeschoss aus. "Es war so heiß im Gebäude, dass unsere Leute es erst einmal gar nicht betreten konnten", berichtete Kreisbrandinspektor Werner Bähr an der Unglücksstelle. Selbst unter der Schutzkleidung habe die Hitze auf der Haut gebrannt. Um so schnell wie möglich die Temperaturen zu senken, habe man große Mengen Wasser ins Haus gepumpt. Im Einsatz befanden sich neben den Wehren aus allen Neuentaler Ortsteilen auch die aus Borken und Homberg mit ihren Drehleitern.

Wohnungsbrand in Zimmersrode

Ebenfalls zur Hilfe gerufen wurden drei Notfallseelsorger, die sich um den 31-jährigen Ehemann und Familienvater kümmerten, der sich zur Unglückszeit nicht im Haus befunden hatte und erst während der Einsatzarbeiten nach Hause kam. Die Notfallseelsorger kümmerten sich auch um dessen Eltern, die ebenfalls am Unglücksort waren.

Die Feuerwehrleute hätten eine hervorragende Arbeit geleistet, stellte Werner Bähr am späten Nachmittag fest. Gegen 17 Uhr war der Brand in dem dicht bebauten Dorfkern unter Kontrolle.

Für die Feuerwehrleute war dennoch noch nicht Schluss: Sie waren noch mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt, berichtete Einsatzleiter Manfred Horn. Die Kriminalpolizei Homberg hat die Ermittlungen aufgenommen. Zur Brandursache und zur Höhe des Sachschadens konnten am Donnerstag noch keine Angaben gemacht werden.

Der Brand war weithin sichtbar: Der Ortskern von Zimmersrode lag zeitweise unter einer dichten Rauchwolke. Der Verkehr wurde während des Einsatzes umgeleitet.

Erst in der vergangenen Woche hatte es in Kassel einen ähnlichen Brandfall gegeben. In dessen Folge waren zwei Kinder gestorben.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Brandau

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