Plan: 1000 Flüchtlinge nach Gudensberg, Guxhagen und Felsberg

Drei Sporthallen könnten Notunterkünfte werden

Schwalm-Eder. Der Landkreis bereitet sich darauf vor, in den nächsten Tagen 1000 weiteren Flüchtlingen eine Notunterkunft zu bieten. Die Unterbringung zur Erstaufnahme sei in den Kreis-Sporthallen in Gudensberg, Guxhagen sowie der städtischen Turnhalle in Felsberg vorgesehen, sagt Landrat Winfried Becker im HNA-Gespräch.

Die Bürgermeister und Schulleiter habe er informiert, so Becker weiter. Diese hätten sich sehr verständnisvoll gezeigt.

Im Südkreis und im mittleren Schwalm-Eder-Kreis seien bereits viele Flüchtlinge untergebracht. Daher plane man die Aufnahme im Nordkreis.

Becker betont, dass die Unterbringung in Turnhallen die letzte Option und der Landkreis weiter auf der Suche nach gewerblichen, beheizbaren Hallen sei. „Die Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf und wir bemühen uns, eine menschenwürdige Unterkunft bieten zu können. Wir haben aber jetzt keine andere Wahl, als die Unterbringung in Turnhallen“, sagt Becker und spricht von einer riesigen Herausforderung. „Wenn der Befehl aus Wiesbaden kommt, haben wir maximal 48 Stunden, um alles herzurichten.“ Daher sei es wichtig, so früh wie möglich mit den Vorbereitungen zu beginnen.

Anders als sein Amtskollege im Main-Taunus-Kreis, will Becker nicht den Katastrophenfall ausrufen: „Wir haben längst noch keine Katastrophe!“ Befürchtungen von Vorständen, dass das Vereinsleben zum Erliegen kommen könne, tritt er entgegen: „Das wird nicht geschehen, auch wenn es mit Beschwerlichkeiten verbunden sein kann.“

Zugleich fordern Becker und die 27 Bürgermeister des Kreises den Bund auf, seine Liegenschaften zur Verfügung zu stellen. Becker nennt die Bundeswehrstandorte in Fritzlar und Schwarzenborn. Man könne nur Verständnis für die Belegung von Schulturnhallen erwarten, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien.

Hintergrund: Weitere Arten der Unterbringung

In vielen Städten wurden für die Unterbringung zur Erstaufnahme von Flüchtlingen bereits Containersiedlungen gebaut. Das wäre auch für den Schwalm-Eder-Kreis eine Option, sagt Landrat Winfried Becker. Allerdings seien die Wohnraum-Container mittlerweile mehr als knapp. „Man bekommt keine mehr“, sagt Becker. Eine weitere Möglichkeit wäre die Unterbringung in Modulen in Holzständerbauweise, doch brauche das einige Zeit. „Wir holen gerade Angebote ein“, sagt Becker.

Neben der Erstaufnahme werden dem Landkreis pro Woche etwa 100 Personen zur dauerhaften Unterbringung zugeteilt. „Bisher ist uns das gelungen“, sagt Becker.

 

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Quelle: HNA

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