Bürgermeister Dr. Nico Ritz

Vorschlag: Arbeit für Anteil an Gasthaus Krone

+
Brennen nicht mehr: Die Lichter der Homberger Krone sind erloschen. Das markante Fachwerkgebäude am Rande des Marktplatzes war seit 1721 ein Ort der Gastlichkeit. Seit März 2011 steht das Haus leer.

Schwalm-Eder - Homberg. Arbeitskraft gegen Geschäftsanteile. So einfach lässt sich eine Art Tauschgeschäft zusammenfassen, hinter dem sich eigentlich ein kompliziertes rechtliches Gebilde verbirgt. Eines, das eine Chance für die Krone - das älteste Gasthaus Hessens, das seit 2011 leer steht - sein könnte. Das zumindest hofft Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Zugleich ist es eine von drei möglichen Alternativen die er für die Krone sieht.

Handwerker beteiligen 

Konkret könnte der Weg so aussehen: Die Stadt kauft das Gebäude, und Handwerker - möglichst aus der Region - helfen mit ihrer Arbeitskraft bei der Sanierung. Im Gegenzug erhalten sie Anteile an der Krone. Ist die Krone erstmal saniert und wird dann ein Pächter gefunden, würden die Handwerker nach und nach auf ihre Kosten kommen. „Weil sie dann an den Erträgen auch verdienen können“, sagt Ritz.

Angelehnt ist dieser Vorschlag an ein Sanierungsinstrument der Wirtschaft, dass so genannte Debt-Equity Swap - gemeint ist damit die Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital. Nur würde das in Sachen Krone nicht Schulden gegen Geschäftsanteile, sondern Arbeitskraft gegen Geschäftsanteile bedeuten.

Es sei aber nur eine von drei möglichen Alternativen, die er für die Sanierung der Krone sieht, betont Ritz.

Investor finden 

Eine weitere Möglichkeit sei, dass die Stadt das Gebäude kauft, und dann versucht, einen Investor zu finden. In diesem Fall müsse die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und unter anderem dafür sorgen, dass keine Ziegel vom Dach fallen. „Diese Variante wäre sinnvoll, weil wir dann handlungsfähig sind und uns in Ruhe überlegen können, was wir mit der Krone machen“, sagt er. Gute Erfahrungen habe man ja unlängst bei der Diskussion um den neuen Standort für die Arbeitsagentur gemacht. Da habe der Stadt-Architekt eine Planung ausgearbeitet, und diese sei dann der Anstoß für Gespräche mit einem möglichen Investor (KBG) gewesen. Ritz nennt zudem ein Beispiel für die aktuelle Situation: „Wenn wir Besichtigungen in der Krone vereinbaren wollen, dann müssen wir den Schlüssel erst anfordern - bei der Brauerei“, sagt er. Das sei so umständlich, da der jetzige Eigentümer der Krone eine Investment-Dachgesellschaft aus den USA sei. Diese wolle das Gebäude los werden. Der drastisch gesunkene Kaufpreis für das Homberger Traditionshaus betrage jetzt 65.000 Euro. Im vergangenen Jahr waren es noch 140.000 Euro.

Sanieren und verpachten 

Er könne sich auch vorstellen, dass die Stadt das Haus kaufe, mit Fördergeld saniere und dann verpachte, nennt Ritz eine dritte Möglichkeit.

Klar sei, dass die Stadt nicht alle Gebäude kaufen könne, um die sich keiner kümmert, erklärt Ritz. Bei der Krone handele es sich aber um ein besonderes Gebäude. Zudem könne die Stadt es kaufen, ohne eigenes Geld dafür in die Hand zu nehmen. „Wir können eine Förderung in Höhe von 70 Prozent erhalten und bekommen eine Spende von 25.000 Euro vom Verein Bürger für Homberg.“ (Wir berichteten)

Chancen durch Kauf 

Wenn die Stadt die Krone kaufe, dann könne man gemeinsam entscheiden, was mit dem Haus passieren soll - ohne Zeitdruck. Denn diesen übe die Investment-Dachgesellschaft gerade wieder aus.

Er schätze die Risiken der drei Varianten geringer ein, als die daraus resultierenden Chancen. „Eben, weil wir in allen drei Fälle handlungsfähig wären.“

Allerdings lässt Ritz auch keinen Zweifel daran, dass er den Vorschlag, das Gebäude zu kaufen, nicht machen würde ohne den Zuschuss des Vereins Bürger für Homberg. „Ohne dieses Geld würde ich in dieser Phase nicht zum Kauf raten.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Kommentare