Beiseförth: Neues Programm der Bissquits feierte im Goldenen Löwen Premiere

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Die Leiche muss weg: Sattlers Erna (Sabine Eberlein), Frau Lehmann (Heike Schenk) und Witwe Wenig (Gabriele Koslowski) (von links) stecken den Toten Herrn Kleinschmidt in einen Golfsack und benutzen ihn als Bankpolster.

Beiseförth. „Lautes Lachen dient der Volksgesundheit“, so eröffnete Frank Eberlein von den Bissquits den Abend im Goldenen Löwen in Beiseförth eröffnet. „Witwen unter Verdacht“ ist das vierte Programm des siebenköpfigen Ensembles, das am Freitagabend Premiere hatte.

Dieses Mal setzte sich die seit fünfzehn Jahren bestehende Truppe lebenslustig bis todernst mit dem „Ableben in Würde“ auseinander. Dazu versetzten die drei Witwen, Sattlers Erna (Sabine Eberlein), Frau Lehmann (Heike Schenk) und Witwe Wenig (Gabriele Koslowski) das Publikum in die heiter-makabre Szenerie eines Altenheims.

Das überraschende Ableben des Herrn Kleinschmidt sorgt dort für Turbulenzen und Tatverdächtige. Ernas Viagra-Kekse sind die vermeintliche Todesursache, also trifft wohl Erna auch die Schuld. Die Leiche muss verschwinden.

Es beginnt ein einfallsreiches Such- und Verwechslungsspiel voll von schwarzem Humor und sarkastischen Bissigkeiten. Schließlich landet der Verstorbene in Doktor Weiss´ (Michael Geise) Golftasche und wird vorübergehend als Bankpolster benutzt.

Stoisch, abgebrüht und dem Leben doch lustvoll zugetan, inszenieren die drei rüstigen Witwen überzeugende und von Lebensweisheit und Todesverachtung durchwobene Situationskomik. „Wenn de tot bist, isses vorbei, und vorher musste leben!“ So lässt sich die Lebens- und Ablebensphilosophie der Damen zusammenfassen.

„„Wenn de tot bist, isses vorbei, und vorher musste leben!““

Ausgeprägter Realitätssinn und tödliche Gelassenheit zeichnen ihre Taten und Gedanken aus. „Und sind wir dann erst mal raus aus dem Quark, gehen wir Tauben vergiften im Park.“

Das Stück, anzusiedeln zwischen Ohnsorg-Theater und Kabarett, wird durch zahlreiche musikalische Beiträge bereichert. Begleitet von Michael Geise (Gitarre) und Klaus Trieschmann-Bergmann (Keyboard) singen die Darsteller bekannte Chansons und Schlager mit eigenen Texten.

Aus dem „kleinen grünen Kaktus“ wird „des Doktors neuer Golfsack“. Der Text „Wenn ich einmal tot bin“ zwängt sich förmlich der weltbekannten Melodie aus Anatevka auf. Das Publikum erkennt das Obladi-oblada der Beatles wieder und klatscht kräftig mit. Das Halleluja von Leonard Cohen, Songs von Reinhard Mey und Udo Jürgens garnieren die Handlung des Stückes mit der passenden mehr oder weniger pietätvollen Musik.

Folgetermine ausverkauft

Am Ende überschlagen sich die Überraschungen. Der Doktor findet seine Golftasche wieder und reist mit dem Verblichenen nach Mallorca zum Golfen. Das Publikum lacht erleichtert. Noch größer ist das Gelächter, als Pfleger Stützer (Frank Eberlein) die Postkarte des Doktors aus Palma vorliest, die eine dramatische Wende beinhaltet.

Die drei Folgeveranstaltungen sind ausverkauft, so dass auf zusätzliche Termine gehofft werden muss.

Von Karin Brandau

Quelle: HNA

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