Frau aus Burghasungen wurde bedroht

Trickdiebstählen und Betrügereien: Dreist und rücksichtslos

Nutzen Momente der Ablenkung: Trickdiebe aus dem südosteuropäischen Raum sind zunehmend häufiger im Wolfhager Land unterwegs. Foto: Thon

Wolfhager Land. Sie setzen auf die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft ihrer Opfer. Und oft genug haben sie Erfolg. Der 74 Jahre alte Rentner aus Wolfhagen hatte der bettelnden Frau deutlich zu verstehen gegeben, dass er ihr kein Geld geben wollte.

Irgendwann wurde er schwach, reichte ihr vier Euro. Am Ende fehlten ihm 100 Euro. Fälle wie dieser sind für die Wolfhager Polizei keine Seltenheit mehr. Seit einigen Monaten beobachten die Beamten eine Zunahme von Trickdiebstählen und Betrügereien durch Menschen, die aus Südosteuropa stammen. Der Rentner war von einer Unbekannten in einem Einkaufsmarkt angesprochen worden. Die etwa 25-jährige Frau war forsch auf den Mann zugegangen, hatte wild gestikuliert und dem 74-Jährigen eine Liste gezeigt, auf der bereits einige „Spender“ aufgeführt waren. Auf dem Papier war das Wort „Taubstumm“ vermerkt.

Rentner bestohlen

Die Frau bedrängte den Rentner solange, bis er sich bereit erklärte, ihr vier Euro zu überlassen. Er trug sich in die Liste ein. Dabei bemerkte er aus den Augenwinkeln eine zweite Frau. Die mutmaßlichen Täterinnen nutzten den Moment der Ablenkung, um dem Rentner noch zwei 50-Euro-Scheine aus dem Portemonnaie zu stehlen.

Wie Volker Pieper, Chef der Polizeistation Wolfhagen, sagt, seien sie unerkannt entkommen, weil der 74-Jährige den Diebstahl erst bemerkte, als er seinen Einkauf bezahlen wollte. Zeugen, denen die Frauen auf dem Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt aufgefallen waren, berichteten, dass sie sich lebhaft unterhalten hätten.

Bei einem weiteren Fall vor wenigen Tagen, einem so genannten Wechselfallen-Betrug, wollte eine etwa 50-jährige Frau eine Schleifmaschine für 25 Euro in einem Wolfhager Geschäft kaufen. Sie bezahlte mit einem 500-Euro-Schein. Als die Kassiererin dabei war, das Wechselgeld herauszugeben, entschloss sich die Unbekannte, den Schleifer doch nicht zu kaufen. Die Angestellte gab ihr den 500-Euro-Schein zurück und nahm das ausgehändigte Wechselgeld wieder in Empfang. Später stellte sie fest, dass über 200 Euro fehlten.

Auch diese Täterin wurde als Südosteuropäerin beschrieben.

Versuchte Erpressung

Besonders dreist, so Pieper, hätten sich in der vergangenen Wochen zwei 32 und 48 Jahre alte Rumäninnen verhalten, die auf Betteltour in Burghasungen unterwegs waren. Als einer aufgeweckten Bürgerin Zweifel an der von den Frauen geschilderten Notsituation kamen, weigerte sie sich zu spenden. Daraufhin sagte die 32-Jährige beim Verlassen des Anwesens mit Blick auf den neben dem Wohnhaus abgestellten Wohnwagen: „Morgen fackelt dein Wohnwagen.“

Wenig später wurden die Frauen von der Wolfhager Polizei festgenommen und ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der versuchten Erpressung und des Bettelbetruges eingeleitet.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

Kommentare