Mehr Komasäufer im Kreis: Exzesse nehmen zu

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Schwalm-Eder. Alkohol trinken bis zur völligen Besinnungslosigkeit, Krankenhausaufenthalt inklusive: Laut einer Statistik der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) für das Jahr 2012 ist die Zahl jugendlicher Komasäufer im Alter von zehn bis 20 Jahren noch einmal angestiegen.

Die Zahl der Betroffenen im Schwalm-Eder-Kreis ist im Vergleich zum Jahr 2011 um 30,43 Prozent gestiegen. 46 Jugendliche kamen vor zwei Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus, im Jahr darauf waren es 60 Fälle. Damit ist der Schwalm-Eder-Kreis Spitzenreiter in der Zunahme von Komasäufern, dahinter folgt die Stadt Frankfurt am Main mit 27,46 Prozent. Von den Zehn- bis 15-Jährigen landeten 2012 alkoholbedingt 315 im Krankenhaus.

Auffallend ist, dass die Zahl der betroffenen Mädchen mit 177 Fällen deutlich höher ist als jene der Jungen mit 135. Die Gründe für den hemmungslosen Alkoholkonsum sind vielfältig und völlig altersunabhängig, wie Sandra Kater von der DAK in Melsungen mitteilt. Es sei angesagt und cool, die Hemmschwelle sinke jährlich weiter.

Zum Einstieg ins Komasaufen trage auch die familiäre Vorbelastung einen großen Anteil bei. Als häufigen Ort des Saufens sieht sie die Kirmes und nennt ein Beispiel: „Ein Junge hat sich extra ein Jahr früher konfirmieren lassen, damit er auf der Kirmes trinken kann.“ Diesem Trend müsse entgegengearbeitet werden, etwa durch eine frühzeitige Aufklärung der Folgen von Alkoholmissbrauch.

Wolfgang Dausch, Chefarzt der Inneren Abteilung am Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar merkt an, dass es 2013 weniger Jugendliche gab, die alkoholbedingt ins Krankenhaus kamen. Er schätzte zwei Fälle im Monat.

Das Krankenhaus überwacht die Patienten, verständigt die Eltern, gibt aber nur Kontaktadressen zur Beratung weiter, wenn diese Hilfe auch erwünscht ist.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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