Im Oktober 2010 wurde das Projekt präsentiert – Der Baustart für das Center ist weiterhin offen

Dritter Geburtstag im Wieragrund

Wüster Baugrund statt neuer Einkaufstempel: Fertig sind der Aldi-Markt (links) sowie die Wieragrundstraße und die Stützmauern. Wann auf der gewaltigen Brache im Herzen der Stadt gebaut wird, weiß wohl derzeit niemand. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Diese Woche ist es genau drei Jahre her, dass die Investorengemeinschaft EKZ Wieragrund ihre Pläne für die Stadtmitte Treysa vorstellte. Am 16. Oktober 2010 war in der HNA zu lesen: „Zehn Jahre haben sie am Projekt geplant, gestern trat die GmbH Einkaufszentrum-Wieragrund erstmals öffentlich in Treysa auf und erläuterte das Vorhaben.“

Unter großem Medien-interesse gaben die vier Investoren Eberhard Unger, Thomas Vockeroth, Wilmar Rüttger und Kai Trampedach einen Überblick ihrer Pläne mit einem – inzwischen auch realisierten – separaten Aldi-Markt in „zeitgemäßer Architektur“ sowie einem „modern-gegliederten Baukörper“. Die Mieter für den teilweise zweigeschossigen Haupttrakt wurden genannt: Rewe, C&A und das Modehaus Vockeroth mit einer großen Sportabteilung, Mister und Lady, Ernstings Family, ein Haushaltswarengeschäft und Gastronomie sowie ein Expert-Elektromarkt. Das seit 2007 geschlossene Schwalmkaufhaus soll abgerissen werden.

Im März 2011 gaben die vier Investoren einen straffen Zeitplan aus. Im Juni 2011 sollte der Bau des Einkaufszentrums beginnen, im August 2012 sollte es eröffnet werden.

Doch der Spatenstich fiel flach, und die EKZ konnte nicht über drei kleine Grundstücke im Plangebiet verfügen. Vor zwei Jahren, am 13. Oktober 2011, sagte Thomas Vockeroth der HNA im Interview, man sehe den weiteren Entwicklungen gelassen entgegen, auch wenn es sein könne, dass alles länger dauert. Zu der Zeit befand sich der Aldi-Markt im Rohbau, Ende Januar 2012 war dort Baustopp wegen eines Urteils des Verwaltungsgerichtshofs Kassel über ein fehlendes Gutachten, ein Normenkontrollverfahren gegen den Bebauungsplan des Centers lief. Ende Mai 2012 begann dann der Abriss des alten Schwalmkaufhauses. Im Juni 2012 schien alles perfekt, der Investor teilte mit, dass „auch die letzten Grundstücksfragen nun geklärt sind“. Der Vorkaufsberechtigte der drei kleinen Grundstücke habe verzichtet. Die EKZ sah den Weg frei.

Im August 2012 war die große Stützmauer fertiggestellt, Mitinvestor Wilmar Rüttger sagte in einer Ausschusssitzung, dass der Grundstücksstreit ausgeräumt sei. Es existierten keine strittigen Grundstücksfragen mehr, am 23. August war in der HNA zu lesen, dass das Einkaufscenter laut Beobachtern bis Mitte 2014 Realität werden könnte.

Im September 2012 war von der Vorbereitung neuen juristischen Widerstands zu hören, Ende September wurde die von der Stadt gebaute Wieragrundstraße freigegeben. Ende November 2012 öffneten Aldi und die Bäckerei.

Im Februar 2013 bestätigte die Bauaufsicht des Landkreises, dass der Bauantrag der Investoren für das Center genehmigt sei. Baustart für das Center sollte nach Vermutung von Bürgermeister Dr. Gerald Näser im Frühjahr sein, Eröffnung im Herbst 2014.

Am 1. Juni 2013 war in unserer Zeitung zu lesen, dass die Investoren trotz weiterer Verzögerung durch sechs widerspruchführende Anlieger nicht an einen Ausstieg denken. Thomas Vockeroth: „Wir sind vollkommen entspannt, finanziell drückt uns das nicht.“ Geplant sei das Zentrum mit 12 000 Quadratmetern und drei Eingängen, wobei der Haupteingang zur Wiera hin ausgerichtet sein solle. Bis auf den den Elektromarkt seien die vorgesehenen Mieter weiter im Boot.

Aktuell bekräftigte Thomas Vockeroth, dass der Wieragrund bebaut werden solle. Er teilte der HNA am 10. Oktober mit: „Es gibt derzeit keinerlei neue Erkenntnisse, die andere Mutmaßungen oder Spekulationen zuließen. [...] wir wünschen uns nach wie vor einen Konsens mit den Nachbarn. In dem ein oder anderen Fall gibt es auch positive Signale.“ KOMMENTAR

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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