Innovationspreis: Druckerei Faubel bewirbt sich mit kindersicherer Verpackung

CRSF-Label: für Kinder nicht zu knacken. Foto:  Archiv

Melsungen. Unter dem Motto kindersicher und seniorengerecht hat sich die Melsunger Druckerei Faubel beim Wettbewerb „Hessen-Champion 2011“ um den Innovations- und Wachstumspreis des Landes Hessen beworben.

Im Juni hatte Bürgermeister Dieter Runzheimer die Firma Faubel für den Wettbewerb vorgeschlagen. Faubel durchlief das Bewerberverfahren und konnte sich laut Pressemitteilung in der Vorauswahl in Kassel durchsetzten. Somit zählt das Unternehmen, mit ihrer Lösung für kindersichere und seniorengerechte Blisterverpackungen, zu den Finalisten.

In Deutschland gibt es jedes Jahr bis zu 200 000 Haushaltsunfälle mit Vergiftungen bei Kleinkindern, von denen etwa 15 000 ärztlich behandelt werden müssen und unter denen alljährlich eine unbekannte Anzahl von Todesfällen zu beklagen ist. Als Reinhard Kuge, Geschäftsführer der Firma Faubel, dies hörte, kam ihm die Idee, eine sichere Blister-Verpackung für Tabletten zu entwickeln. Nach drei Jahren intensiver Entwicklung entstand die CRSF-Lösung (child-resistant and senior friendly).

Kindersicherheit müsse nicht teuer sein. Das CRSF-Etikett werde 15 bis 20 Cent pro Blister kosten, bei einer Verpackung mit jeweils fünf Blistern für zehn Tabletten würde dies etwa einen Euro ausmachen, teilt Faubel mit.

Die Lösung ist ein komplexes Sicherheitselement, welches wie ein Etikett auf der Oberseite einer Blisterverpackung aufgebracht werden kann. Die Lösung basiert auf Kraft, Fingerfertigkeit, Logik und Zeit. Aufgrund der Komplexität der Kindersicherung sind Kinder relativ lange mit dem Öffnen beschäftigt. Dies führt zu Frustration, so dass die Kinder schnell das Interesse verlieren.

Bei Erwachsenen hingegen geht die Öffnungsfunktion nach ein oder zwei Versuchen leicht in eine automatische Handlung über, wie man es von Drück-und-Dreh-Sicherheitskappen auf Reinigungsmitteln kennt.

Reinhard Kuge hat sich das Ziel gesetzt, 100 Millionen CRSF-Etiketten ab 2015 jährlich zu produzieren, was in Bezug auf den gesamten europäischen Markt nicht viel sei. Trotzdem würden etwa 100 neue Arbeitsplätze, für die Region, geschaffen.

Zurzeit gibt es nach Firmenangaben noch keine Gesetze, bei denen Blister besonders kindersicher gemacht werden müssen. Es sei aber ähnlich wie bei den Drück-und-Dreh-Verschlüssen, die sich nach einer gewissen Zeit durchgesetzt haben. (bmn)

Quelle: HNA

Kommentare