Düstere Aussichten: Ein Drittel der Arztpraxen schließt bis 2020

Wolfhager Land. Für die hausärztliche Versorgung im Landkreis Kassel sieht es düster aus: Im Jahr 2020 wird es voraussichtlich mehr als ein Drittel weniger Praxen geben.

Noch gibt es 148 Hausärzte an 101 Standorten im Landkreis. 24 suchen bis 2015 einen Nachfolger, im Jahr 2017 sind es bereits 43 und 55 Hausärzte würden im Jahr 2020 ihre Praxis abgeben. Das geht aus dem Regionalen Gesundheitsreport 2014 hervor, der jetzt vom Hessischen Sozialministerium und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen vorgelegt wurde.

In dem Report werden laut Ministerium bundesweit erstmalig die Versorgung untersucht und die Entwicklung bis zum Jahr 2020 für die ambulante haus- und fachärztliche Versorgung, Apotheken, Krankenhaus und Pflege beleuchtet.

Auch bei den Fachärzten ist die Situation nicht besser. Besonders problematisch ist die Lage bei den Kinderärzten und Urologen im Landkreis Kassel. Von derzeit 14 zugelassenen Kinderärzten werden im Jahr 2020 nur noch die Hälfte übrig sein. Ebenso wie bei den Urologen, wo die Zahl nach der aktuellen Prognose von sechs auf drei sinkt.

Damit wird die Entfernung, die Patienten zur nächsten Arztpraxis zurücklegen müssen, weiter wachsen. Schon jetzt nehmen Patienten im Altkreis Wolfhagen im Durchschnitt eine Wegstrecke von drei bis fünf Kilometern in Kauf. Lediglich die Naumburger fahren mit sieben bis neun Kilometern noch weiter.

Nach Modellrechnungen sinkt die Einwohnerzahl im Landkreis Kassel bis zum Jahr 2020 um 5,8 Prozent (Hessen 1,5 Prozent). Am stärksten ist Hofgeismar mit 9,3 Prozent betroffen. In Wolfhagen liegt der geschätzte Rückgang bei 7,7 Prozent.

Die Anzahl der Pflegebedürftigen soll im Jahr 2020 um mehr als 16 Prozent steigen. Diese Entwicklung ziehe einen erhöhten Bedarf an Pflegekräften für den Landkreis Kassel nach sich.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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