Backhaus in Riebelsdorf: Nach dreimonatiger Sanierung ist der neue Ofen angeheizt

Es duftet wieder nach Brot

Mittelpunkt im Dorf: Von Oktober bis Januar wurde das Backhaus in Riebelsdorf renoviert. Mittlerweile können Marlies Jüngel und Erika Jäckel (von links) sowie fünf weitere Backfrauen den Ofen wieder betreiben. Nötig sind zum Anheizen Holz und Reisig. Fotos:  Rose

Riebelsdorf. Drei Monate blieb der Schornstein im Riebelsdörfer Backhaus kalt. Jetzt qualmt er wieder: Denn seit Oktober hat sich im Inneren des Backhauses einiges getan. Das Herzstück – der Ofen – wurde durch einen neuen ersetzt.

Das alte Modell war marode. In der Vergangenheit war es zum Teil gefährlich, den Ofen zu betreiben: Immer wieder lösten sich Steine und fielen herab. Deshalb hatten die Stadtverordneten einstimmig dafür votiert, das Backhaus zu sanieren.

„Noch sind nicht alle Arbeiten erledigt. Innen fehlt noch der Putz, der Boden soll noch gefliest werden“, erklärt Ortsvorsteher Dietmar Schaub. Vom ursprünglichen Ofen ist nur der Sockel geblieben, alles andere wurde neu gemauert. Der zweite Ofen wurde in Eigenleistung komplett abgebrochen: „Der war sowieso nicht mehr in Betrieb“, erläutern Erika Jäckel und Marlies Jüngel, zwei von insgesamt sieben Backfrauen. Die entstandene Fläche soll nun für Riebelsdörfer Vereine nutzbar sein. „Davon profitiert das ganze Dorf“, sagt Schaub. Bisher habe häufig Platz gefehlt: Nun könne man bei Festen und Aktionen auch im Backhaus selbst sitzen. Im Zuge der Sanierung ist ebenfalls das Dach neu eingedeckt worden.

Die Zeit, in der der Schornstein kalt blieb, sei ungewohnt gewesen, erklären Erika Jäckel und Marlies Jüngel: „Der Rhythmus war irgendwie gestört.“ Schaub ist überzeugt: „Es fehlte ein Stück Lebensqualität.“

Künftig weniger Holz nötig

Dabei mussten sich die Backfrauen erst an das neue Modell gewöhnen. Gemeinsam mit dem Ofenbauer gab es ein Probebacken. „Neu ist das Thermostat. Und jetzt haben wir drei statt vorher zwei Züge“, erklären die Frauen. Von Vorteil sei, dass künftig weniger Backholz gebraucht würde, weil der Ofen insgesamt dichter sei. Die Methode sei aber noch immer dieselbe: „Wir streuen Mehl in den Ofen, um zu sehen, ob er heiß genug ist“, erläutern die Frauen.

Der Ofen dürfe jedoch nicht mehr wie zuvor nass ausgewaschen werden, sondern nur noch feucht. „Sonst ist der Temperaturunterschied für die Steine zu groß“, sagt der Ortsvorsteher. Nach und nach sollen noch die Türen des Backhauses ausgetauscht werden – im Inneren sei es recht zugig, erklären Jäckel und Jüngel.

Schaub ist froh über das Engagement des Backvereins: „Das Backen kostet viel Zeit und muss allein deshalb schon auch Hobby sein.“ Das Haus sei für viele Dorfbewohner nach wie vor ein Treffpunkt. In einigen Wochen soll die fertige Sanierung mit einem Fest gefeiert werden.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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