Hessische Laubbäume erreichten bei landesweiter Versteigerung gute Preise – Stämme lagerten bei Metze

Dunkles Holz ist sehr begehrt

Baumstämme, so weit das Auge reicht: Im Gudensberger Wald am Forstamt Gestecke lagerten die wertvollen Baumstämme aus Nordhessen, die zum größten Teil Käufer gefunden haben und inzwischen größtenteils abtransportiert wurden. Der Lagerplatz soll bis zum nächsten Jahr noch wesentlich vergrößert werden. Die zentrale Versteigerung der Bunthölzer wird vom Forstamt Jesberg hessenweit organisiert. Fotos: Lange-Michael

Schwalm-Eder. Einen Meter und mehr im Durchmesser messen die Eichenstämme, die am Rande des Weges oberhalb von Niedenstein-Metze liegen. Säuberlich aufgereiht, warten sie auf den Abtransport und ihre Verarbeitung.

Aus etlichen der Eichen werden in Frankreich Fassdauben, in denen wertvolle Spirituosen und Weine reifen sollen. Jedes Jahr kommen die französischen Fasshersteller zum Submissionstermin nach Hessen, um sich das beste Holz zu sichern.

Bestimmend für die Preise waren auch wieder die Sägewerker und Händler sowie die Furnierkunden, die den Großteil der Eichenstämme ersteigerten. Sie bezahlten dafür gutes Geld: Ein Festmeter Eiche etwa erbrachte durchschnittlich 502 Euro und damit 27 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Den Höchstpreis erzielte eine Stieleiche aus dem Forstamt Wolfhagen mit 1200 Euro/Festmeter.

Die Organisation der Buntholz- und Eichenverwertung übernimmt für ganz Hessen das Hessische Forstamt in Jesberg. 1560 Festmeter Buntholz von 18 verschiedenen Baumarten – von Bergahorn über Elsbeere bis Hainbuche und Schwarznuss – lagerten auf den drei Wertholzplätzen in Gudensberg/Metze, Pfefferhöhe bei Alsfeld und Kranichstein in Südhessen. Dazu kamen 960 Festmeter Eiche.

„Das Interesse an der zentralen Versteigerung ist bei Verkäufern wie Käufern sehr groß“, sagte beim Ortstermin der stellvertretende Leiter des Jesberger Forstamtes, Ulrich Gerhold. 25 Forstämter und 141 kommunale und private Waldbesitzer aus Hessen nutzten die Möglichkeit, ihre Eichen- und Bunthölzer über die Submissionsplattform des Landesbetriebs zu vermarkten.

Eindeutig sei der anhaltende Trend zu dunkelfarbigen Holzarten, stellte das Forstamt fest. Das wirkte sich auch bei den Preisen aus. Besonders begehrt waren Stämme der Schwarznuss. Einzelne Bäume aus dem südhessischen Ried wechselten für über 7000 Euro den Besitzer. Für einen Stamm wurden sogar 2880 Euro pro Festmeter gezahlt, der Durchschnitt lag bei 1151 Euro/Festmeter.

Nicht so begehrt ist weiterhin das Kirschholz. Von 293 Festmetern im Angebot blieben 24 Festmeter ohne Käufer, der durchschnittliche Preis von 316 Euro/Festmeter lag unter dem des Vorjahres.

Spitzenpreis für Bergahorn

Beim Bergahorn finden besonders gemaserte Stämme ihre Käufer und werden teuer gehandelt, durchschnittliche Stämme bleiben eher liegen.

Allerdings erreichte ein Bergahorn aus dem Vogelsberg auch den Spitzenpreis: Er war dem Käufer 3660 Euro pro Festmeter wert.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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