Noch mehr Bilder und Anekdoten aus der Wolfhager Vergangenheit

Durch Krieg und gute Jahre: Zweiter Band der Wolfhager Geschichten in Druck

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Panne am Straßenrand: Heinrich Hartmann im Jahr 1929 bei der Reparatur eines Hinterradplattfußes an seiner DKW Z 500. Hierfür musste die Kette abgenommen und das Rad ausgebaut werden. Zu beneiden waren die, deren Krafträder schon damals eine Steckachse besaßen.

Wolfhagen. Nach dem großen Erfolg der Wolfhager Geschichten vor einem Jahr erscheint in Kürze der zweite Teil, wieder randvoll mit alten Fotos, Anekdoten und Informationen.

Bilder von der Reparatur eines Motorrades im Jahr 1929, das Ziegengespann von Winters Mühle, der Ausflug der Lehrer zum noch unbewaldeten Ofenberg im Jahr 1905: Es ist ein ganz anderer Blick auf die Wolfhager Geschichte, die Autor Dirk Lindemann und seine Mitstreiter vom Heimat- und Geschichtsverein in den Wolfhager Geschichten wagen.

Wandergruppe auf dem Ofenberg: Kaum zu erkennen, dass dieses Foto auf dem Ofenberg entstand. Der Vulkankessel, an dessen Felsen sich die Lehrer der Wolfhager Stadtschule mit ihren Familien tummeln, ist 1905 noch unbewaldet.

Statt nüchterne Fakten, wie sie die Verfasser der bisherigen Chroniken der Stadt in ihre Werke packten, setzt man auf Geschichten auf Überliefertes, auf Anekdoten und liebenswerte Alltäglichkeiten, die das Leben der Bevölkerung auf anschauliche Weise spiegelt. Dass dabei die Unterstützung aus der Bevölkerung für den Erfolg des Projektes entscheidend sein würde, war Lindemann, der treibenden Kraft des Projektes, früh klar. So bekam das Vorhaben dann auch den Arbeitstitel „Wir Wolfhager schreiben ein Buch“.

Und die Wolfhager fühlten sich angesprochen. In einem Maße, dass das gelieferte Material, die Geschichten und Fotos, aber auch die Themen in einem Buch allein nicht unterzubringen waren. Der erste Band, erschienen im November vergangenen Jahres, war ein großer Erfolg. Er war in die Schwerpunkte „Sagen, Brauchtum, Anekdoten“ gegliedert.

Zweiter Band in Druck

In diesen Tagen ist der zweite Band in Druck gegangen. Wieder ist es eine Mischung aus Information und bester Unterhaltung, bei der die Fotos aus den Alben der Wolfhager und auch aus dem Archiv des Heimat- und Geschichtsverein eine zentrale Rolle spielen. Auf 280 Seiten sind 600 Fotos untergebracht, dazu Geschichten, Schnurren aus der Wolfhager Vergangenheit vom Kaiserreich bis weit in die Nachkriegszeit.

Das Überlieferte aus der Bevölkerung wurde mit dem Ergebnissen eigener Nachforschungen angereichert. Im Staatsarchiv Marburg, in fast vergessenen Akten und den Jahrgangssammlungen des Wolfhager Kreisblattes sei man fündig geworden. „Es wäre sträflich gewesen, diese Quellen nicht zu nutzen“ betont Lindemann. „Nur so konnte es gelingen, das ländliche Wolfhagen und seine Kultur im Zeitenwandel vom 19. bis ins 20. Jahrhundert darzustellen.“

Erzählt wird auf kurzweilige Art von der alten Schule und deren Lehrern, der Freizeitgestaltung, von vergessenen Festen und von Problemen der Feuerwehr. Stadtgeschichte wird lebendig: Denkmäler werden eingeweiht, ein imposanter Löwe verschwindet. Die Begeisterung der Wolfhager für den Krieg ist Thema, aber auch Musik, Tanz und Theater, die Freude der Wolfhager am Motorsport.

Spannende Fragen

Und das Buch gibt Antworten auf spannende Fragen: Wie überstand man die schweren Zeiten der Zwanziger- und Dreißiger-Jahre? Wie erlebte man in der damaligen Kreisstadt die Jahre der Nazi-Herrschaft? Wie verhielt man sich gegenüber den Juden? Wie meisterte man die Kriegsjahre und das Kriegsende?

Autor Lindemann ist sich sicher: „Die Wolfhager können gespannt sein auf dieses Ausgabe der Wolfhager Geschichten.“ Diesem zweiten Band, verrät Lindemann, werde im kommenden Jahr noch ein dritter Band mit themenbezogenen Geschichten, Anekdoten und Zoten folgen.

Wolfhager Geschichten, Teil II, Durch Krieg und gute Jahre, 28 Euro, erscheint im November 2016, Vorbestellungen nehmen in Wolfhagen der Litho-Verlag und die Buchhandlung Mander entgegen.

Quelle: HNA

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