Sprengungen sind nicht nötig

Letzte Führung in der Tunnelbaustelle bei Frankenhain

Frankenhain. Es war die letzte öffentliche Führung: An der Großbaustelle der A49 bei Frankenhain informierten sich Mitglieder der Bezirksgruppe Marburg des „Bunds der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau“ (BWK) über die Baufortschritte am Carmen Tunnel.

Die Ingenieure um ihren Vorsitzenden Carl Anger nutzten ausgiebig die Gelegenheit, sich über die Besonderheiten des Tunnels zu informieren. „Auf der interessantesten Baustelle in Schwalmstadt“ begrüßten Willi Kunze und Bernhard Klöppel von Hessen Mobil die Gruppe der Bauingenieure und führten in kurzen Vorträgen in die Thematik ein, bevor es in den Tunnel ging.

„Das Gesamtprojekt A49 wird nach Fertigstellung 42 Kilometer Straße umfassen und knapp 570 Millionen Euro gekostet haben, allein in den Tunnelbau werden bis zur Fertigstellung 60 Millionen Euro geflossen sein“, erläutert Willi Kunze.

Bis 2015 werden auf der Tunnelbaustelle annähernd 600.000 Kubikmeter Abraum bewegt worden sein, davon verbleiben 450.000 Kubikmeter auf der Baustelle und werden zum Beispiel für den Lärmschutz und Geländegestaltung verbaut. „Damit sind die Transporte von Abraum außerhalb der Baustelle größtenteils abgeschlossen“, so Bernhard Klöppel.

Wir sind sogar etwas schneller als der aufgestellte Zeitplan. Bis zum Jahresende sollte der Durchbruch geschafft sein, sofern keine außergewöhnlichen Probleme auftreten. Die tragischen Vorkommnisse vor einigen Tagen im Kalibergwerk in Unterbreizbach haben aber gezeigt, dass nicht alles plan- und vorhersehbar ist“, gibt Bernhard Klöppel zu bedenken.

Es einfach eine Sicherheitsfrage, darüber hinaus stört in dieser Bauphase jede Führung den Arbeitsablauf. Es ist halt trotz der großen Ausmaße doch ziemlich eng“, erklärt Wille Kunze. Über dreißig Führungen wurden von Hessen Mobil in den vergangenen Monaten organisiert und durchgeführt. Von den Landfrauen bis hin zum Posaunenchor nutzten über 700 Besucher die Möglichkeit die Baustelle zwischen Frankenhain und Treysa zu besichtigen, damit ist ab sofort Schluss.

Fotos von der Führung

Letzte Führung von Hessen Mobil auf der A49-Tunnelbaustelle

Spätestens in sechs oder sieben Jahren steht der Tunnel dann aber wieder allen offen, denn bis dahin sollte die A49 bis Treysa gebaut sein und der Verkehr kann fließen, geben sich die beiden Männer von Hessen Mobil optimistisch.

Von Matthias Haaß

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Quelle: HNA

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