Museumsgespräche: Petra Nagel präsentierte die internationale Seite der Schwalm

Dursti will Lehrer werden

Im Gespräch: Christian Durstewitz, Silvia Pahl, Klaus Wilmanns, Gastgeberin Petra Nagel und Gabriele Kästel (von links). Nicht auf dem Foto ist Gerhard Rühl, der wieder in die Küche musste. Foto: Rose

Ziegenhain. Vor vollem Haus präsentierte die Journalistin Petra Nagel am Donnerstag ihr fünftes Schwälmer Museumsgespräch: Mit von der Partie waren diesmal Gerhard Rühl vom Hotel Landgraf, die Metzgermeisterin Gabriele Kästel, Musiker Christian Durstewitz und Silvia Pahl und Klaus Wilmanns vom Theater Drei Hasen Oben. Die muntere Plauderrunde stand unter dem Motto „Schwalm international“.

Gerhard Rühl verlieh dem Podium eine exotische Note. Der Gastronom sinnierte über seine Reisen nach China. 1989 eröffnete dort unter Rühls Regie das Restaurant „Landgraf“, das es auch in Ziegenhain gibt. „Das Land ist immer so schön, wie die Leute, die man kennt“, erzählte Rühl. Der gebürtige Grünberger kam beim Kühehüten auf die Idee, Koch zu werden: „Freunde macht man sich am leichtesten übers Essen.“ Freunde hat sich Rühl auch mit seiner Kreation „Schwälmer Sack“ gemacht. „Der Name entstand, weil man sich nach dem Essen voll wie ein Sack fühlt.“

Ehrlich und direkt

Vollmundiges erzählten auch Silvia Pahl und Klaus Wilmanns von ihren Theaterreisen nach Indien und in die USA, wo die Schauspieler vor Kindern spielten. „Die europäische Ästhetik hat die Kinder gefesselt. Wir glauben auch, dass Theater immer dann funktioniert, wenn die Spieler ehrlich und direkt mit dem Publikum umgehen.“ Derzeit verändere sich die Ästhetik im Theater. „Wir suchen die Reduktion und daraus die Essenz, weil wir begriffen haben, das es nur wenig ist, was wir wirklich brauchen“, sagte Silvia Pahl.

Wenige, dafür aber ausgewählt Zutaten braucht auch Metzgermeisterin Gabriele Kästel für ihre prämierten Produkte. Bereits mit 14 stand für sie fest, dass sie den Beruf von der Pike auf lernen wolle. Mit Ehrgeiz und Kreativität leiten sie und ihr Mann nun den elterlichen Betrieb in Trockenerfurth. Der Renner ist die Ahle Wurst: „Die wird traditionell im Lehmhaus aufgehängt, wo sie natürlich reift.“ Produziert werde die Wurst, die unter anderem nach Brasilien, den USA und Australien geschickt wird, von April bis September. Dass der Meistertitel nunmehr mit dem Bachelor gleichgestellt worden sei, zeige, dass das Handwerk stärkere Beachtung finde.

Früh beachtet wurde auch Christian Durstewitz, der in der Fernsehsendung „Unser Star für Oslo“ auf Platz drei landete. Der damals 19-Jährige überzeugte mit selbst komponierten Songs. Für das Schwälmer Publikum gab es eine Kostprobe. Dabei ist der aus einer Fritzlarer Künstlerfamilie stammende Dursti bodenständig geblieben: „Musik ist schön, aber ich will damit keine Familie ernähren müssen“, sagte er. Stattdessen wolle er Lehrer werden. In den Ferien habe man genügend Zeit, eigene Songs aufzunehmen. Denn an denen arbeitet der 22-Jährige eifrig. „Ich schaue, wohin die Reise geht.“ Eine zweite CD sei in Planung. Die Gäste votierten den Abend mit Häppchen, Gesprächen, Musik und Theater mit reichlich Applaus.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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