Der negativen Symbolkraft der 13 ist kaum beizukommen – Hotels verzichten auf Zimmer mit dieser Zahl

Vom Dutzend des Teufels

Die 1 ist entscheidend: Das Zimmer 113 ist eigentlich das Zimmer 13, wie Auszubildende Julia Danz durch Abdecken einer Ziffer mit der Hand zeigt. Von besonderen Vorkommissen in diesem Raum, vor dem so viele Menschen Angst haben, ist im Parkhotel Emstaler Höhe nichts bekannt. Fotso: Hoffmann

Bad Emstal. Edgar Wallace lässt in „Zimmer 13“ den Tod einziehen, während es in der gleichnamigen Fernsehserie der späten 60er-Jahre im Zimmer mit der verheißungsvollen Nummer eher heiter-turbulent zugeht. Was aber hat es in der Realität mit dem Zimmer 13 in Hotels auf sich?

Die Antwort ist einfach: nichts! In den meisten Herbergen nämlich sucht man vergebens nach der Zahl, die so vielen Menschen ein ungutes Gefühl bereitet. Da folgt auf Zimmer 12 dann einfach Zimmer 14. Wie auch in den Anfangsjahren des Bad Emstalter ParkHotel Emstaler Höhe. „Als meine Eltern 1979 das Hotel eröffnet haben, gab es in der ersten Ausbaustufe unter 14 Zimmern zwar auch die 13, diese haben wir im Zuge des Ausbaus dann allerdings abgeschafft“, sagt Hotelier Stefan Frankfurth. „Es gab tatsächlich Gäste, die sich geweigert haben, Zimmer Nummer 13 zu beziehen.“ Frankfurth weiß sogar von Kollegen mit größeren Häusern, die bei mehreren Stockwerken auf die komplette 13. Etage verzichtet haben.

Obwohl Zimmer und Etagen die gleichen bleiben, lediglich statt der 13 die 14 darauf steht, scheint dies den Gästen schon zu genügen. In der Emstaler Höhe, in der die Zimmernummern mittlerweile dreistellig sind, reicht gar schon eine 1 vor der 13.

Unglückszahl

„Mit der Zimmernummer 113 hatten wir bislang noch keine Probleme“, sagt der Hoteldirektor. „Wir können uns auch an kein außergewöhnliches Missgeschick in diesem Zimmer erinnern.“

Es scheint also schlicht an der im Volksglauben als Unglückszahl geltenden 13 zu liegen. In der jüdischen und japanischen Kultur für Glück stehend, gilt sie in unserer Gesellschaft als das „Dutzend des Teufels“. Die Verwendung als unheilbringende Zahl führen die einen Forscher auf das letzte Abendmahl zurück, an dem Judas als 13. Person an der Tafel saß.

Andere sehen in ihr eine Erfindung der Moderne, entwickelt aus dem Unglück der Apollo 13. Der Symbolkraft der 13 ist kaum beizukommen.

Glück bringend

Selbst spektakuläre Widerlegungen dieses Aberglaubens konnten nichts ausrichten, auch die Tatsache nicht, dass beim Untergang des großen Passagierdampfers „Drummond Castle“ im Jahr 1896 nur ein einziger Passagier gerettet wurde, nämlich der aus Kabine Nummer 13.

Wo auch immer der Ursprung liegen mag, die Zahl 13 nimmt im deutschen Aberglauben eine zentrale Rolle ein. Genau so, wie in China die Zimmer mit der Nummer vier aus den Bettentempeln verbannt wurden. Das chinesische Wort für die Vier klingt fast wie das für Tod.

Vielleicht hätte Edgar Wallace seinen Mord also besser in „Zimmer 4“ geschehen lassen.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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