EAM: Verriss für horrende Beratungskosten

Schwalmstadt. Schwalmstadt beißt in den sauren Apfel und zahlt: Über 60.000 Euro beträgt der Anteil der Stadt am Beraterhonorar zur Rekommunalisierung der Eon Mitte/Anteilserwerb der EAM für insgesamt rund 900 Mio. Euro.

Wie berichtet, ist der Rückführung des Eon-Stromnetzes in die kommunale Hand geplant. Darüber werden die Städte und Gemeinden jedoch erst im Herbst abstimmen.

In der Stadtverordnetensitzung ging es vornehmlich um das horrende Honorar für das Büro Becker Büttner Held (München) zur Begleitung des Transaktionsprozesses. Von Stundensätzen zwischen 200 Euro und 500 Euro war die Rede. In den Ausschüssen war deshalb die Forderung entwickelt worden, dass das Büro konkretere Informationen, möglichst bei einem Ortstermin, geben sollte. Um diesen Passus erweitert, hoben sich die Hände von 18 Stadtverordneten für die Beteiligung an den Beratungskosten. Immerhin neun Vertreter verschiedener Fraktionen enthielten sich der Stimme, Neinstimmen gab es nicht.

Laut Bürgermeister Näser geht es derzeit darum, die Rekommunalisierung der Eon "ein Stück weiter voranzutreiben". Näser über die Chancen: "Es könnte sich ein interessantes wirtschaftliches Betätigungsfeld für die Stadt ergeben."

Für die SPD warb Ralf Walck für die Beteiligung Schwalmstadts. Es sei "eine einmalige Chance", die Wertschöpfung bleibe in der Region. Die Finanzierung des erforderlichen Fremdkapitals - nach Angaben Näsers rund 12 Mio. Euro - werde den städtischen Haushalt nicht belasten und keinen Einfluss auf die Liquidität Schwalmstadts haben. Auf der anderen Seite seien die wirtschaftlichen Aussichten günstig.

Auch Johannes Biskamp (Grüne) und Karsten Schenk (CDU) äußerten sich zustimmend. Zustimmung signalisierte auch Constantin Schmitt, der jedoch dazu aufrief, Chancen und Risiken fundiert zu bewerten. Christel Bald (FWG) reichten die dürftigen Informationen nicht aus. Philipp Zmyj-Köbel (CDU) zerriss heftig die Honorarfrage, es gebe gar keine Begrenzung, "wir wissen nicht, wieviel es kostet". (aqu)

Quelle: HNA

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