Traditionelle Begrüßung des neuen Jahres mit Posaunenklängen aus dem Turm der Stadtkirche

Das Echo kam vom Teichberg

Begrüßung des neuen Jahres: (von links) Simon Mueller, Michael Kramer, Oliver Eisenbeiß, Bernhard Winter, Matthiasd Fieseler und Bernd Geiersbach während des Turmblasens. Foto: zih

Wolfhagen. Es war keine Sinnestäuschung, dass am Neujahrsmorgen hoch vom Turm der Stadtkirche Blechbläsermelodien über die Dächer der Wolfhager Ketnstadt schwebten und – wenn diese verstummten – vom Teichberg die gleichen Klänge als Echo erneut zu hören waren. Denn im Wechselspiel begrüßten Instrumentalisten des 1924 gegründeten Posaunenchors der Evangelischen Kirchengemeinde mit bekannten geistlichen Liedern traditionell am ersten Neujahrstag als Turmbläser das neue Jahr.

Bernhard Winter, der ohne Unterbrechung seit 49 Jahren diesen Brauch des Turmblasens nicht nur am Neujahrsmorgen pflegt, sondern immer auch am Heiligen Abend, hatte diesmal zusammen mit Simon Mueller, Michael Kramer, Oliver Eisenbeiß, Matthias Fiesseler und Kirchenmusikdirektor Bernd Geiersbach die 153 Stufen und Leitersprossen bis zur Außenbalustrade des 56 Meter hohen Turmes der Sankt Anna-Stadtkirche erklommen.

Klänge aus luftiger Höhe

Gemeinsam stimmte das Sextett von dort aus luftiger Höhe die Bürger klangvoll auf die vor ihnen liegenden 365 Tage ein. Das Echo ihrer Melodien kam dann vom Teichberg. Denn weitere Posaunenchormitglieder hatten sich auf dem Balkon der an der Teichbergstraße wohnenden Familie Kepper versammelt. Nachdem die Turmbläser jeweils eine Strophe gespielt hatten, antworteten die Balkonbläser mit der nachfolgenden Strophe. So kamen die Wolfhager zum Jahresbeginn im Wechselspiel zwischen Turm und Teichberg in den Genuss eines 45-minütigen Konzerts.

Bernhard Winter: „Auch für uns, die die Mühen der Turmbesteigung nicht scheuen, ist es jedesmal etwas Besonderes. Denn wir können dann immer den märchenhaften Blick über unsere historische Fachwerkstadt als auch das Umland genießen und stellen von Jahr zu Jahr fest, wie sich Wolfhagen bauliche verändert.“

Beim diesjährigen Musizieren spielte auch das Wetter mit. Leichte Plustemperaturen, ab fünf Grad Minus wäre ein Spielen mit den Blechinstrumenten nicht machbar, garantierten perfekte Töne. Zudem tauchte ab und zu gar Sonnenschein die Kernstadt und Neubaugebiete in wärmendes Licht.

Ideale Bedingungen, damit die Wolfhager zwischen Kirchturm und Teichberg musikalisch vom Posaunenchor begrüßt werden konnten.   hintergrund

Quelle: HNA

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