Der ehemalige Schulleiter und Kreistagsvorsitzende Ulrich Blum aus Melsungen wird 80

Er ist ein echter Entdecker

Hat Spaß an Sport und Technik: Ulrich Blum feiert morgen seinen 80. Geburtstag. Auf dem I-Pad zeigt er ein Foto seiner Tochter Kerstin, mit der er gerne auf Reisen und auf den Golfplatz geht. Foto:  Brandau

Melsungen. Wenn es Ulrich Blum an etwas keinen Mangel hat, dann sind es Ziele: Selbst morgen, wenn der ehemalige Vorsitzende des Kreistags und Ex-Leiter der Radko-Stöckl-Schule 80 Jahre alt wird, entdeckt er noch Neues, denn er feiert seinen runden Geburtstag mit seiner Tochter und seiner Partnerin auf Helgoland.

Dabei ging es dem Melsunger aber nicht nur bei seinen ungezählten Reisen um die richtigen Ziele, sondern auch im Berufsleben. Blum ist auf seinem Weg nie stehen geblieben, er ging immer weiter zur nächsten Station und Herausforderung.

Als Jugendlicher hatte er bei der B. Braun AG den Beruf des Feinmechanikers erlernt. Das war der erste Schritt auf einem Weg mit vielen Etappen: Blum studierte Maschinenbau, arbeitete danach als Ingenieur bei der Firma Hentschel. Dort hätte er bestimmt bis zur Rente bleiben können – stattdessen machte er sich auf zum nächsten Ziel.

„Mich einfach nur zurückzulehnen war nie mein Geschäft.“

Ulrich Blum

Blum sattelte wieder komplett um, schrieb sich erneut an einer Universität ein. In Hannover studierte er Berufspädagogik und kehrte als Referendar an die Melsunger Radko-Stöckl-Schule zurück. Jene Schule, an der er selbst einmal Schüler gewesen war. 1974 wurde aus dem Berufsschullehrer Blum der Schulleiter Blum, ein Amt, das er dann tatsächlich bis zur Rente innehatte, 1997 ging er in Pension.

In den 70er-Jahren war Uli Blum an vielen Zielen zugleich angekommen. Zusammen mit seiner Frau und seinen Schwiegereltern hatte er ein Haus am Melsunger Stadtwald gebaut, Tochter Kerstin Berit kam 1968 zur Welt: „Das war eine rundum glückliche Zeit“, sagt Blum.

Die dauerte viele Jahre an: Der gebürtige Melsunger engagierte sich in vielen Vereinen, fand auch seinen Platz in der Politik. 1989 wurde der Sozialdemokrat Mitglied des Kreistages, 1993 übernahm er für acht Jahre dessen Vorsitz. Für seinen politischen und kulturellen Einsatz erhielt er das Bundesverdienstkreuz, viele Auszeichnungen und Ehrungen.

Manchmal fragt man sich beim Rückblick, wann denn genau eine gute Zeit zu Ende ging – und findet keine Antwort. Ulrich Blum aber kann das Ende der guten Jahre genau benennen: Es war jener Vormittag im August 2001, als seine Frau starb. „Die Jahre danach waren hart“, sagt er.

Reisen rund um die Welt

Das ist 13 Jahre her, Blum hat ins Leben zurückgefunden. „Ich bin in eine gute Gemeinschaft eingebettet“, sagt der Mann, für den Melsungen immer Hafen und Heimat zugleich war, die er nur für die Studienzeit verlassen hat – und für die Reisen, die ihn in alle Herren Länder führten. Blum hat so manches in den acht Jahrzehnten seines Lebens kennen gelernt – aber kein Langeweile. „Mich einfach nur zurückzulehnen war nie mein Geschäft“, sagt er, der heute noch gerne reist, am liebsten mit dem Schiff.

Golfen ist sein Sport

Von jeder Reise bringt er sich ein Souvenir mit. Oft ist das ein Golfball, denn Blum zieht regelmäßig seine Runden auf dem Golfplatz in Gudensberg. Golfen, sagt er, sehe einfach aus, verlange dem Spieler vieles ab. Geduld. Und Fleiß. Und Zielstrebigkeit. Dieser Sport ist also wie gemacht für einen, der sich mit Zielen richtig gut auskennt.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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