Ein echter Röntgenblick: Laser scannt Gelände und liefert Daten

Ein echter Röntgenblick: Laser scannt Gelände und liefert Daten

Schwalm-Eder. Falls demnächst irgendwo ein Einkaufszentrum geplant wird, können sich die Anwohner bald besser vorstellen, wie das Bauvorhaben nach seiner Fertigstellung aussieht.

Möglich machen dies die aktuellen Messungen des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement. Die neuen Daten machen realistische, noch dazu dreidimensionale Darstellungen am Computer möglich. Das Amt für Bodenmanagement in Homberg informierte in seinem fünften Geoforum die Vertreter der Städte und Gemeinden über die neue Technik.

Zurzeit wird per Laserscanner das ganze Bundesland Hessen aus dem Flugzeug heraus in seiner Höhe, Breite und Tiefe vermessen. Das passiere aber nicht etwa aus reinem Spaß heraus, sondern weil es die Europäische Union im Gesetz zum Hochwasserschutz vorschreibe, sagte Vermessungsdirektor Gerd Köhler. Mit den bei der Überfliegung gewonnenen Daten könne man errechnen, wie und wo künftig Dämme für den Hochwasserschutz gebaut werden müssen.

Mit vier Messpunkten pro Quadratmeter sei die Messgenauigkeit sehr hoch, sagte Köhler. Der Laser visiert sage und schreibe 90 Milliarden Punkte in ganz Hessen an. Damit liege eine exakte dreidimensionale Darstellung des Bundeslandes vor, die viele Anwendungen möglich mache, sagte Köhler. Damit könne man jedes beliebige Gebäude in die virtuelle Landschaft einbauen, sagte Gerhard Rohde, Leiter des Amtes für Bodenmanagement in Homberg. So lasse sich etwa der Schattenwurf der Rotoren von Windkraftanlagen darstellen und berechnen.

Oder erforschen, welche Dachflächen sich für die Installation von Solaranlagen eigneten. Die Technik sei aber auch touristisch nutzbar. Man könne nun auch virtuelle Stadtrundgänge m Netz nachstellen, erklärt Frank Winkelmeyer, Pressereferent beim Amt für Bodenmanagement.

Die Daten stehen nicht nur seiner Behörde zur Verfügung: Städte und Gemeinden können sie gegen "eine moderate Gebühr" vom Land Hessen kaufen. Vorteil der neuen Messung sei vor allem die dreidimensionale Abbildung.

 "Bislang wurden bei den Überfliegungen ja immer nur zweidimensionale Aufnahmen gemacht", sagte Köhler. Der Laser ermittele nun aber auch Daten, die bislang nicht erfasst werden konnten. Er ziele quasi mit dem Röntgenblick im Wald durch die Bäume bis auf den Boden, erläuterte Gerhard Rohde, Leiter des Homberger Amtes. Die Daten für den Schwalm-Eder-Kreis und den Landkreis Hersfeld-Rotenburg sollen zu Beginn des kommenden Jahres vorliegen. Zum Ende 2011 sollen 65 Prozent der beiden Landkreise gescannt sein. Für den Werra-Meißner-Kreis dagegen sind die ausgewerteten Daten schon da. (zty)

Quelle: HNA

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