Der Holzwagen begleitete Wilfried Schmidt sein Leben lang

Echtes Schätzchen

Zwei, die 57 Jahre alt werden: Wilfried Schmidt (rechts) und sein Holzwagen gehören beidem Jahrgang 1954. Links Hans Löber, aus dessen Werkstatt das gute Stück stammt. Foto: Hebeler

Densberg. Liebevoll streicht Wilfried Schmidt über die Holzplanken seines Anhängers. Der ist schließlich genauso alt wie er, einer aus dem Jahrgang 1954. Damals kaufte sein Vater Adolf den Wagen, der Wilfried Schmidt aus Densberg ein Leben lang begleiten sollte.

Als Erntewagen wurden damit die Garben nach Hause gefahren, auch das Stroh, das Gras fürs Vieh und natürlich das Holz. Der Hobbylandwirt pflegte sein Schätzchen, ließ ihn nie im Regen stehen und nutzt ihn auch heute noch fürs Laden von Brennholz.

Als nun vor wenigen Wochen der Bowdenzug riss, musste sich Schmidt jedoch ernsthaft Gedanken machen, wo er denn dafür Ersatzteile her bekäme.

Das Gefährt war 1954 in der Werkstatt von Heinrich und Sohn Hans Löber in Densberg gebaut worden. Das beweist das Typenschild. Und obwohl diese Werkstatt bereits vor langer Zeit geschlossen wurde, bewahrt Hans Löber noch heute verschiedene Ersatzteile in seinen Räumen auf. Dort wurde Schmidt auch fündig. Gleich zwei passende Bowdenzüge konnte Löber ihm geben.

Stolz betrachten die beiden heute das Fahrwerk aus vergangenen Zeiten. Die Deichsel war so umzurüsten, dass Pferdegespanne den Wagen ziehen konnten. Doch schon ein Jahr nach dieser Aktion hatten Schmidts bereits einen Hela-Schlepper (Hermann Lanz, Aluendorf).

Gefertigt wurden diese Anhänger früher vor Ort vom Stellmacher, wie beispielsweise den Löbers. Die Fahrzeugteile aus Metall produzierte der Schmied. „Schade, dass es solche langlebigen Ersatzteile nicht auch für den Menschen gibt“, bedauerte Wilfried Schmidt.

Von Helga Hebeler

Quelle: HNA

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