Regelung würde 8300 Mitarbeiter betreffen

Betriebsräte fordern Tarifbindung für Edeka Hessenring

Melsungen. Die Edeka Hessenring soll einen Konzernbetriebsrat bekommen. Dafür haben sich etwa 70 Betriebsräte in der Melsunger Stadthalle ausgesprochen. Das neue Gremium würde aus den bestehenden vier Gesamtbetriebsräten gebildet.

Die Edeka Hessenring ist derzeit die einzige von sieben Regionalgesellschaften, die keine Tarifbindung hat. Eine Aufgabe des Konzernbetriebsrats könnte es sein, eine Rückkehr zur Tarifbindung für die 8300 Mitarbeiter zu erwirken, sagte Melsungens Betriebsratsvorsitzender Jürgen Lexa. Eine Alternative könnte ein Haustarifvertrag sein.

Frank Lorenz geht einen Schritt weiter. Der stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Tochtergesellschaft Rheika-Delta spricht sich klar für eine Tarifbindung und einen Konzernbetriebsrat aus.

Aktualisiert um 15.40 Uhr. 

4200 der 8300 Edeka-Hessenring-Mitarbeiter sind bei Rheika-Delta beschäftigt. Die Hessenring Tochter mit Sitz in Melsungen betreibt die Herkules-Märkte. Die Löhne seien zwar an den Verdi-Tarifen orientiert, sagt Lorenz, mit der 40-Stunden-Woche bei Rheika-Delta summiere sich der Unterschied aber auf zehn Prozent. Darüber hinaus gebe es weitere Ziele, die der Konzernbetriebsrat umsetzen könnte. Die Abschlüsse, die Lexa für den Großhandel erreiche, seien gut, Rheika-Delta hinke aber hinterher. Wegen der fehlenden Tarifbindung gebe es keine Rechtssicherheit.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, dass tausende Beschäftigte in den ausgegliederten Edeka-Märkten weder einen Betriebsrat hätten noch Tarifverträge. Dort würde zum Teil zu Dumpinglöhnen gearbeitet. Auf deren Arbeitsverhältnisse habe man keinen Einfluss, sagte Lexa. Es handele sich um selbstständige Einzelhändler, da sei Verdi gefordert, die Mitarbeiter zu unterstützen.

Hessenring-Geschäftsführer Hans-Richard Schneeweiß wollte die Pläne nicht kommentieren.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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