Edelpilze aus dem Kreis: Viktor Braun züchtet sie

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Sie sind reif: Viktor Braun muss nicht lange im Wald suchen, um Pilze zu finden. Er züchtet Pilze in den Räumen eines ehemaligen Bauernhofes in Unshausen und verkauft die Edelpilze unter anderem auf dem Fritzlarer Wochenmarkt.

Unshausen/Fritzlar. Der Schwalm-Eder-Kreis ist kulinarisch bislang eher durch Ahle Wurscht, Weckewerk, Schnepper und Sauerkraut aufgefallen. Jetzt gibt es eine weitere Köstlichkeit aus dem Landkreis: Pilze. Genauer gesagt Shiitake und Kräuterseitling.

Die züchtet Viktor Braun in Unshausen. In einer alten Scheune werden die Pilze produziert. Wer dabei an Waldboden, Tannenduft und Pilzgeruch denkt, irrt. Die Pilze sprießen aus Sägemehlquadraten und lagern auf Regalen. Fast steril mutet das an und sollte es möglichst auch sein. „Zumindest sollten keine anderen Pilzkeime im Raum sein“, sagt Braun. Seit Oktober ist Viktor Braun mit seiner Pilzzucht selbstständig, seitdem bietet er sie auch auf dem Fritzlarer Wochenmarkt an.

In Sachen Pilze kennt sich Braun aus. Und das nicht nur, weil er schon als Kind mit seinem Vater in den Wäldern des Landkreises nach ihnen gesucht hat. „Ich habe Ökolandbau in Witzenhausen studiert und meine Diplomarbeit über den Pilzanbau geschrieben“, sagt er. Dass er die Chance bekam, tatsächlich auch Pilze in der Region anzubauen, das ist für Viktor Braun ein großes Glück. „Ich habe mir damit einen Traum erfüllt“, sagt er.

Unterstützung bekommt er bei seiner Arbeit nicht nur von seiner Familie und seiner Freundin, auch Konrad Koch hilft mit. „Er hat hier bereits früher Pilze angebaut und hat sich aus dem Geschäft zurückgezogen“, sagt Braun. Die Produktion von exotischen Pilzen ist aber nicht nur ein Gewerbe, sondern eine Kunst, die viel Erfahrung benötigt. Viktor Braun weiß, dass man vieles beachten muss. „Luftfeuchtigkeit, Lichtverhältnisse, Belüftung und Temperatur sind da nur einige Beispiele“, sagt er. Während die Shiitake-Pilze nicht sehr anspruchsvoll sind, gelte es um so mehr auf die Kräuterseitlinge zu achten. „Sie sind sehr empfindlich“, sagt er. Auch Rückschläge gehören dazu.

Die Blöcke bestehen aus Sägemehl, das mit Sporen befruchtet wird. Regelmäßig werden die Substratblöcke gegossen. Sind die Pilze groß genug, werden sie geerntet und in kleine Kisten abgefüllt. Nach der Ernte kommen die Pilze schnell in die Kühlung. Sie halten sich am besten bei circa 2 bis 4 Grad Celsius.

Das Öko–Substrat für die Pilze bezieht Braun aus Stadtallendorf. „Es ist alle ökologisch, ohne Chemie“, betont er. Überhaupt seien die Pilze aus der Zucht......??

Wochenmärkte, die Gastronomie und den Einzelhandel will Viktor Braun beliefern. Einen neuen Traum hat er bereits: „Ich würde gerne noch Austern- und Buchenpilze anbauen“, sagt er. Der Lieblingspilz des Züchters ist übrigens der Kräuterseitling. „Der hat eine tolle Konsistenz und bleibt bissfest bei der Zubereitung“, sagt der 28-Jährige. Er hofft, dass die Pilze eines Tage tatsächlich zu den bekannten kulinarischen Spezialitäten aus dem Landkreis gehören werden.

Quelle: HNA

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