Edermünde bietet Hilfe für Flüchtlinge

Edermünde. Die Suche nach Wohnraum für die aktuellen Flüchtlinge, die auch in Edermünde untergebracht werden müssen, beschäftigt die Gemeindeverwaltung seit einigen Wochen.

„Wir versuchen, Wohnungen zu finden, um auf jeden Fall eine Not-Belegung der Bilsteinhalle zu vermeiden", sagt Bürgermeister Thomas Petrich.

Das ist im Speckgürtel von Kassel nicht einfach, der Druck auf den Wohnungsmarkt ist ohnehin groß. Deshalb griff die Gemeinde schnell zu, als ihr ein zurzeit leerstehendes Dreifamilien-Haus im Ortsteil Besse zum Kauf angeboten wurde.

Die Edermünder Gemeindevertretung beschloss den Kauf des Hauses für 160.000 Euro. „Das hat einen nachhaltigeren Effekt als die Aufstellung von Containern auf Zeit“, sagt Thomas Petrich. Wenn man das Gebäude nicht mehr benötige, könne man es wieder verkaufen, da man Eigentümer sei. Inzwischen leben 45 hauptsächlich junge Männer aus Afghanistan und Syrien in Besse und Haldorf: in dem Haus in der Langenbergstraße, im früheren Bürgermeisteramt und in Haldorf in der Wohnung im Gemeinschaftshaus.

Bei einer Informationsveranstaltung in der Bilsteinhalle in Besse informierte die Gemeindeverwaltung kürzlich etwa 200 Besucher über die Situation hinsichtlich der Flüchtlinge. „Das war eine tolle Veranstaltung“, sagt Petrich. Die Bereitschaft zu helfen sei sehr groß. Inzwischen haben sich fünf Arbeitskreise gebildet, die sich um verschiedene Bereiche kümmern: um Kinder und Familien, um die neu eingerichtete Kleiderstube (im Rathaus), um allgemeine Hilfen und Soziales, um Sport und Freizeit.

Die Edermünder hätten erkannt, dass man sich um die Menschen von Anfang an kümmern müsse. „Wenn die Flüchtlinge länger hier bleiben sollen, dann muss man mit ihnen arbeiten“, sagt der Bürgermeister. Denn eine Frage bewege sie alle: Wie geht es weiter mit mir? Die Warterei sei sehr zermürbend.

Was eine Dorfgemeinschaft leisten könne, sei das Gefühl zu vermitteln, dass man als Mensch angenommen werde. In Haldorf werde die Betreuung und Versorgung zum Beispiel auch über soziale Netzwerke wie Facebook organisiert („Wir sind Haldorfer“).

Um das Wohnungsproblem anzugehen, wird der soziale Wohnungsbau in Edermünde im nächsten Jahr ein zentrales Thema sein. Auch die Gemeinde sei bereit, sich selbst als Bauherr zu engagieren, sagt Petrich.

Quelle: HNA

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