SPD-Bundestagsabgeordneter berichtet aus dem Wahlkreis 170

Edgar Franke sieht klares Votum für Koalition

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Delegierte des Unterbezirksparteitags im Jahr 2011 in Borken im Bürgersaal.

Schwalm-Eder. Die SPD-Mitglieder im Landkreis und Nordhessen werden mehrheitlich für die Große Koalition auf Bundesebene und somit auch für den Koalitionsvertrag stimmen. Das sagt Dr. Edgar Franke, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis 170.

Bis gestern Nacht konnten die Mitglieder abstimmen, bis Samstag wird ausgezählt. Franke schätzt, dass 60 bis 70 Prozent den Koalitionsvertrag befürworten werden. Das Votum von Hessen-Nord sei ein positives Signal. "Wir sind mit mehr als 20 000 Mitgliedern der zweitgrößte Bezirk in Deutschland", sagt Franke. Nordhessen sei eine SPD-Bastion aber auch eine kritische.

Edgar Franke

Nach der Entscheidung im Konvent (kleiner Parteitag mit 200 Delegierten aus den Landesverbänden) für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen sei man skeptisch gewesen, sagt Franke. Nach den Erfahrungen der jüngsten Großen Koalition habe man Angst vor der Reaktion der Basis gehabt. "Wir sind damals mit 23 Prozent rausgegangen und hatten politisches Profil verloren." "Wir wollten die Mitglieder mit Inhalten überzeugen."

Wenn man ein Mitgliedervotum anstrebe, müsse man andere Meinungen akzeptieren. Gerade bei älteren Mitgliedern im Landkreis habe es Vorbehalte gegeben. Der Koalitionsvertrag sei aus SPD-Sicht aber gut. "Da steckt viel mehr sozialdemokratische Politik drin, als es den 25 Prozent Wahlergebnis entspricht. Die CDU hatte wegen des Mitgliedervotums das Gefühl, sie müsse uns etwas anbieten" sagt Franke.

Auf 13 Veranstaltungen in der Region habe er in den zurückliegenden Wochen mit Mitgliedern diskutiert. Nach dem Auftritt von Sigmar Gabriel in Baunatal habe es noch mal einen Ruck gegeben. "Vor der Wahl habe ich mir eine Große Koalition nur schwer vorstellen können", sagt Franke. Käme sie nicht zustande, hätte man viel verspielt.

Von Damai D. Dewert

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Quelle: HNA

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