Empfershäuser Familie gibt Erpel ab

Hilfe gegen Schnecken im Garten: Acht Laufenten suchen ein neues Zuhause

Empfershausen. Bei Familie Gröbner aus Körle-Empfershausen wohnen derzeit 17 Laufenten. Zu viele, findet Katja Gröbner. Für acht Erpel sucht sie jetzt ein neues Domizil.

Wenn sich die 45-Jährige in den Garten stellt und ruft, dann dauert es keine Minute, bis vom Bach großes Geschnatter ertönt und die ersten Enten übers Gras ihr im Sauseschritt entgegenwatscheln.

Wer künftig seinen Garten mit den Erpeln teilt, holt sich eine echte Biowaffe im Kampf gegen Schnecken nachhause, verspricht Katja Gröbner. Zehn Erpel und sieben Enten watscheln zurzeit durch den Garten der Familie. „Im Juni sind einfach zu viele Erpel geboren worden“, erzählt die 45-Jährige.

Kampf um die Mädels

Futter für die Enten: Neben Schnecken und Käfern mögen die Laufenten auch gerne Nudeln oder Kartoffeln. Katja Gröbner (45) und ihr Sohn Lucas (12) aus Empfershausen haben seit vielen Jahren die Tiere als Schneckenfänger im Garten. 

Besonders im Frühjahr könne das problematisch werden. „Dann geht hier ein Kampf um die Mädels los. Das kann man den Tieren gar nicht zumuten.“ Zwei Erpel - getauft auf die Namen Potter und Weasley - wollen die Gröbners behalten. Die anderen acht Erpel könnten problemlos zusammen wohnen. Wenn keine Ente dabei ist, gebe es auch keinen Konkurrenzkampf, um die Herzensdame zu erobern. „Wer keine Nachzucht und keine Eier will, für den sind Erpel optimal“, sagt Katja Gröbner. Außerdem böten Erpel einen enormen Vorteil gegenüber Enten: „Sie schnattern nicht.“ Nur ein leises Krächzen geben sie hin und wieder von sich.

Die Familie wohnt seit 2003 auf dem Hof in Empfershausen. Ein Bach fließt direkt über das Grundstück. „Als wir hier hergezogen sind, bin ich beim Blumengießen dauernd auf Schnecken getreten. Das war wirklich ekelhaft“, erzählt die Mutter. Die Nacktschnecken seien zuhauf vom Bach in den Garten gekrabbelt. Ein Bekannter gab dann den Tipp mit den Laufenten als Biowaffe. „Seitdem wir die Enten haben, gibt es keine Schnecken mehr bei uns. Sie fressen einfach alles weg.“ Auch Regenwürmer, Käfer und Ameisen stünden bei den gefiederten Freunden, die einen ungewöhnlich aufrechten Laufstil haben, auf dem Speiseplan.

Unterwegs: Lucas Gröbner (12) treibt die Enten vom Bach auf die Wiese. Die Tiere gehen jeden Tag schwimmen.

Während die Enten den Großteil des Tages im Wasser oder auf der Wiese verbringen, schlafen sie nachts in der Scheune. „Da reicht ihnen ein kleines Plätzchen“, sagt Katja Gröbner. „Hauptsache, sie haben nachts ein Dach über dem Kopf.“ Denn Fuchs, Waschbär und Mader haben es auf die Laufenten abgesehen. Auch Habichte fliegen regelmäßig übers Gelände und schauen, ob sie eine Ente erwischen. „Von 13 Enten hat uns ein Habicht mal zehn Stück geholt“, erzählt Katja Gröbner.

Besonders anspruchsvoll seien die Laufenten als Haustiere nicht. Unbedingt nötig sei eine Wasserstelle zum Baden „Das kann aber auch so ein kleines Sandbecken für Kinder sein, das man einfach mit Wasser befüllt.“ 

Kontakt zu Katja Gröbner: Tel. 0 56 61/5 34 79.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © C. Hartung

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