Mulde, die wie Altarm wirken soll

Hochwasserschutz: Efze bei Mühlhausen soll gebändigt werden

+
Sie hoffen auf den Hochwasserschutz: Die Mühlhäuser Dominik und Ralf Listner und Karl Heinz Erb mit dem Plan der Mulde. Die weißen Striche zeigen den Verlauf an.

Mühlhausen. Karl Heinz Erb kann ein Lied davon singen, wie es ist, wenn Keller bei Hochwasser voll laufen. Allein im vergangenen Jahr traf dies den Mühlhäuser vier Mal. Nun soll das ein Ende haben. In dieser Woche beginnen die Bauarbeiten für eine Flutmulde.

Ausgangssituation

Mühlhausen ist immer wieder vom Hochwasser betroffen, erklärte Dr. Rainer Braun vom Ingenieurbüro Unger. Er zeigte Bilder vom überfluteten Gebiet. Mit dem Klimawandel habe sich die Situation verändert. „Jetzt kommt Hochwasser das ganze Jahr über, nicht nur nach der Schneeschmelze“, sagte er.

Konzept

Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören soll: Hochwasser an der Efze im Homberger Stadtteil Mühlhausen. Unser Archivfoto entstand 2011. Foto: Archiv

Seit zehn Jahren gibt es Überlegungen für Flutmulden; verschiedene Varianten wurden geprüft. Nun solle auf eine Länge von zwei Kilometern eine Mulde die Spitze des Hochwassers nehmen. Sie werde hinter der Caßdörfer Mühle in etwa parallel zur Bundesstraße verlaufen und hinter Mühlhausen wieder in die Efze führen. Es handele sich nicht um einen Kanal, betonte Braun. Die Mulde sei 15 Meter breit und eineinhalb Meter tief. Das Gewässer werden damit renaturiert. Die Uferzonen sollen bepflanzt werden. Sträucher und Büsche sollen das Wasser zurückhalten, so dass es langsamer läuft. Dadurch werde verhindert, dass die nachfolgenden Orte Probleme bekämen.

Erwartungen Die Mulde wirke wie ein Altarm des Gewässers. Ob tatsächlich alles Hochwasser damit abgewendet werden könne, sei nicht klar, ein Restrisiko bestehe weiter. Es werde auch noch eine zweite, kleinere Mulde geben. Der Bau sei eine große Renaturierungsaktion, erklärte der hessische Staatssekretär Mark Weinmeister. Dafür gebe es Umweltpunkte, die sich auch in barer Münze auszahlten, so dass die Investitionen für die Stadt nicht zu allzu hoch sein würden, wie Bürgermeister Dr. Nico Ritz erläuterte.

Kosten Kosten: 2,4 Millionen Euro. Das Land fördert den Bau mit 2,1 Millionen, der Schwalmverband übernimmt 186 000 Euro, dieser Betrag fällt auch der Stadt zu. Bauzeit: ein Jahr.

Von Christine Thiery 

Quelle: HNA

Kommentare