Sie sind die Ex-Gardistinnen, kurz Egadis, und gehören seit 22 Jahren zum Treeser Karneval

Die Egadis mischen kräftig mit

Session in Gelbschwarz: Unter der Leitung von Brigitta Aringer (vorn, erste von rechts) trainieren die Egadis für die Prunksitzungen. Foto: Rose

Treysa. Sie schwirren als fleißige Bienchen über die Baustelle der Autobahn, kommen als fiese Piraten oder steigen als süße Überraschung aus der Torte: Die Egadis sind aus dem Treeser Karneval nicht mehr wegzudenken. Seit 22 Jahren bereichert die Truppe das Programm der Prunksitzungen.

Wie viel Arbeit, Engagement, Fleiß und letztlich Zeit dahinter steckt, vermag das Publikum im Saal kaum abzuschätzen: „Uns ist wichtig, dass das, was wir zeigen, unterhält und gefällt. Der Applaus als Lohn ist nicht zu unterschätzen“, sagt Brigitta Aringer, die bei den Egadis seit 2006 das Hütchen auf hat. Zuvor hatte viele Jahre unter anderem Silvia Willer die Truppe trainiert – sie tanzt immer noch mit.

Egadis: Der Name steht für Ex-Gardistinnen. „Früher durften die Gardemädchen nach ihrer Heirat nicht mehr in der Garde mittanzen. Weil aber viele gern weiter dabei sein wollten, wurden die Egadis gegründet“, erklärt Brigitta Aringer. Anfangs war es ein dreieinhalbminütiger Showtanz, den die Damen zeigten. Mittlerweile mischen sie Tanz mit aktuellen Themen aus dem Stadtgeschehen. Es entstehen ausgefeilte Choreografien, im vergangenen Jahr war die 13 Tänzerinnen als Bienchen mit Bohrhammer und Schaufel zu erleben.

Üben seit September

In diesem Jahr erzählt die Truppe die Entstehung des elektrischen Lichts: „Spannend ist dabei, wie der Strom dargestellt wird, denn den sieht man ja eigentlich nicht“, erläutert die Gruppenleiterin. Die Frauen, die sich seit September tänzerisch aufeinander einstellen, sind zwischen Mitte 20 und Mitte 50. Brigitta Aringer, die als junge Frau in der Tanzschule Wagner in Treysa Ballett und Steptanz gelernt hat, fordert den Tänzerinnen einiges ab. „In der heißen Phase treffen wir uns drei Mal in der Woche. Außerdem bekommt jede Akteurin eine CD mit Musik und Schrittfolgen.“ Auch um die Kostüme kümmert sich die Chefin: „Aber ich hol bei schon Helfer zum Nähen dazu“, sagt sie. Einiges könne fertig gekauft werden, jede Paillette müsse jedoch von Hand angenäht werden.

Die Schrittfolgen überlegt sich Brigitta Aringer: „Ich habe 14 Jahre in Wiesbaden gelebt, da hab ich mir aus dem Karneval viel abgeschaut.“ In den Proben entwickele sich eben immer noch vieles. Denn sitzen müssen nicht nur die Abläufe. Zeremonienmeister und Lichttechniker arbeiten ebenfalls Hand in Hand, damit der Auftritt perfekt in Szene gesetzt ist. „Alles muss an Ort und Stelle liegen, teilweise nummeriert, es gibt einen Requisitenplan, das Licht muss passen, das ist ein bisschen wie im Fernsehen“, so Brigitta Aringer.

„Alles muss an Ort und Stelle liegen, teilweise nummeriert, es gibt einen Requisitenplan, das Licht muss passen, das ist ein bisschen wie im Fernsehen.“

Brigitta Aringer

Was die fleißigen Bienchen in der aktuellen Kampagne zeigen, sei vorab noch nicht verraten. Davon kann sich das Publikum bei den beiden Prunksitzungen am besten selbst überzeugen. Dann heißt es für die Egadis wieder: Licht aus, Spot an.

HINTERGRUND

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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