Prozess vor dem Amtsgericht: 43-Jährige wurde zu einer Geldstrafe verurteilt

Gericht: Ehefrau half beim Drogenhandel

Treysa. Um Beihilfe zum Drogenhandel ging es bei einer Verhandlung am Amtsgericht in Treysa. Vor Gericht verantworten musste sich eine 43-Jährige aus dem Altkreis Ziegenhain.

In zwei Fällen soll sie ihrem Ehemann, einem Asylsuchenden, bei der Abwicklung von Drogengeschäften in Schwalmstadt als Fahrerin und Kurierin geholfen haben. Im Juni und August vergangenen Jahres hatte der Ehemann der 43-Jährigen einer von der Polizei im Asylbewerberheim am Harthberg in Treysa eingeschleusten Vertrauensperson Drogen angeboten.

Laut Anklage und Zeugenaussagen handelte es sich dabei um 80 und 93,3 Gramm Haschisch für je rund 300 Euro. Die Vertrauensperson war nach Absprache mit der Polizei zum Schein auf den Handel eingegangen.

Bei der Abwicklung der Drogengeschäfte an einem Schwalmstädter Baumarkt und im Wohnheim am Harthberg waren der Ehemann der Angeklagten und die Vertrauensperson von der Polizei überwacht worden. Die Auswertung von Fotos und Telefonaten dokumentiere laut Polizeibericht eindeutig die Beteiligung der 43-Jährigen an beiden Drogendeals.

Beihilfe in zwei Fällen

Wegen Beihilfe zum unerlaubten gewerbsmäßigen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in zwei Fällen verurteilte das Gericht die 43-Jährige zu einer Geldstrafe von 1800 Euro. Zudem muss sie für die Kosten des Verfahrens aufkommen. „Ich wusste nicht, dass es eine Straftat ist, wenn ich meinen Mann fahre“, äußerte sich die Angeklagte hinsichtlich der gegen sie erhobenen Vorwürfe. Ihr Mann habe selbst geraucht. Sie sei davon ausgegangen, er besorge sich am Baumarkt etwas für den Eigenbedarf. Dass er mit Drogen handele, habe sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst.

Auch den Vorwurf, nach Telefonaten mit ihrem Mann eine Platte Cannabis zum Wohnheim am Harthberg gebracht zu haben, wies sie energisch zurück. Es sei um einen Laptop gegangen. Ihr Mann habe damals noch nicht so gut Deutsch gesprochen, deutete sie mögliche Missverständnisse beim Abhören der Telefonate im Hinblick auf den Ausdruck „eine Ganze“ an.

Kleines Päckchen

Der für die Überwachung am Baumarkt zuständige Polizeibeamte erklärte vor Gericht, der Ehemann der Angeklagten habe beim Handel mit der Vertrauensperson ein Päckchen in Größe einer Zigarettenschachtel aus seiner Hose gezogen. Wie weit die Angeklagte als Fahrerin mit dem Auto bei der Übergabe entfernt gewesen sei, könne er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sagen. Die Fotos gaben darüber keinen Aufschluss. Die Aussagen weiterer Polizisten, darunter der für die Vertrauensperson zuständige Beamte des Landeskriminalamtes, ließen laut Gericht keinen Zweifel an der Mithilfe der Ehefrau und der Glaubwürdigkeit der Vertrauensperson.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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