Nachruf: Der ehemalige Kreisbrandinspektor Wilhelm Lipphardt ist tot

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Machte Berufung zum Beruf: Der ehemalige Kreisbrandinspektor Wilhelm Lipphardt starb im Alter von 76 Jahren. Foto: privat/nh

Merzhausen. Er war eine Institution: Der ehemalige Kreisbrandinspektor Wilhelm Lipphardt ist tot. Er starb plötzlich in der vergangenen Woche im Alter von 76 Jahren während eines Urlaubs in Kroatien.

Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand hörten mehr als zwei Jahrzehnte die aktiven Feuerfrauen und -männer im Schwalm-Eder-Kreis auf sein Kommando. Aus seinem erlernten Beruf des Landmaschinenschlossers sattelte Lipphardt zum Sachbearbeiter für den Brandschschutz in die Kreisverwaltung um, bevor er zum KBI des Schwalm-Eder-Kreises berufen wurde.

Damit hatte er seine Berufung zum Beruf gemacht, denn seit 1953 war er in der Feuerwehr aktiv. „Ich konnte nicht Fußball spielen, also ging ich zur Feuerwehr“, sagte er einmal im Gespräch mit dieser Zeitung. Bereits 1959 wurde er der jüngste Ortsbrandmeister Hessens. Ganz und gar unüblich waren damals Frauen in der Feuerwehr. Und was in anderen Wehren einer Revolution gleich gekommen wäre, war in Merzhausen schon Standard: Hessens erste Frauengruppe bei der Feuerwehr galt damals als die Attraktion bei so manchem Feuerwehrfest.

Als versierter Fachmann für alle Fragen rund um das Feuerwehrwesen war Lipphardt im Laufe der Jahre unterwegs gewesen. Er war Vorsitzender des Kurhessisch-Waldeckschen Feuerwehrverbandes und gehörte in dieser Funktion auch dem Hessischen und Deutschen Feuerwehrverband an. Für sein Engagement erhielt Lipphardt die höchsten Feuerwehrauszeichnungen und das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Und des Helfens wurde der Schwälmer nicht müde. Er war aktives Vorstandsmitglied des SbE-Teams Nordhessen. Hinter der Abkürzung verbirgt sich ein Zusammenschluss von Mitgliedern aus Feuerwehren, Rettungsdiensten, der Polizei, Notfallseelsorge, erfahrenen Ärzten und Psychologen, die bei der Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen helfen. Bereits 1988, als in Stolzenbach das schwere Grubenunglück war, habe man über die Gründung eines solchen Vereins nachgedacht, hatte Lipphardt in einem Interview gesagt.

Doch nicht alle Aktivitäten des Merzhäusers haben sich um die Feuerwehr gedreht. Er war in der Kommunalpolitik aktiv - gehörte dem Gemeindevorstand an, vertrat als Erster Beigeordneter den Bürgermeister und war in der AG60plus aktiv. Im Merzhäuser Vereinsleben wird er eine große Lücke hinterlassen. Viele Jahre prägte er als Vorsitzender des Verbundes der Dorfgemeinschaft das Bild des Schwälmer Ortes.

Um Wilhelm Lipphardt trauern neben vielen Menschen in der Region seine Frau und seine beiden erwachsenen Kinder. Der Termin für die Trauerfeier steht noch nicht fest. (syg)

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Quelle: HNA

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