Ehrenamtliche haben das kleine Freilichtmuseum Alt-Geismar restauriert

Es gibt noch viel zu tun: Bernd Hempeler (links) und Reinhard Humburg am historischen Backofen, der jetzt für Alt-Geismar gebaut wird. Foto: Zerhau

Geismar. Der Zahn der Zeit hat mächtig an den Gebäuden von Alt-Geismar genagt, dem kleinen Freilichtmuseum im Fritzlar Stadtteil. Vor 16 Jahren war es anlässlich der 1275-Jahr-Feier eröffnet worden. Nach einer Generalüberholung ist es jetzt wieder zugänglich. Gefeiert wurde dies mit einem Weinfest.

In mehr als 1000 Arbeitsstunden war das kleine Dorf von Grund auf restauriert worden, sagte Hans Günter Humburg vom Geschichts- und Kulturverein. Und diese Arbeit wurde von gerade einmal neun Ehrenamtlichen, alle zwischen 65 und 79 Jahren alt, geleistet.

Vor allem an den Fundamente der vier Gebäude bestand Handlungsbedarf, erklärte Humburg. So sei das Brunnenhaus - auch durch den weichen Untergrund - leicht in Schieflage geraten. Dazu mussten alle vier Dächer neu aufgebaut und mit neuen Grassoden eingedeckt werden.

Das war eine Schweiß treibende Angelegenheit, wie sich das Team vom Bau erinnert, denn bei den Arbeiten lagen die Temperaturen teils über 30 Grad. „Da sind wir anschließend auf dem Zahnfleisch heim gekrochen“, erzählt Humburg. Auf einer Wiese hinter dem Sauerbrunnen wurden die 15 Zentimeter dicken Grassoden ausgestochen, auf einen Anhänger aufgeladen, nach Geismar gebracht und dort auf den Dächern verteilt. Nach drei Wochen war es geschafft, und reichlich Regen sorgte dafür, dass auf den Dächern von Alt-Geismar ein sattes und saftiges Grün gedieh.

Das zünftige Weinfest am Wochenende war auch eine kleine Belohnung für die viele Arbeit. Sechs Weinsorten, Bratwurst, Speckkuchen, Käsespieße und Ahle Wurscht hielten die Veranstalter für die Gäste bereit.

Gute Tropfen: Peter Kutzner und Hans Günter Humburg boten Wein an.

Getreu dem Motto „Nach der Arbeit ist vor der Arbeit“ hat die emsige Truppe mit dem Bau eines historischen Lehmofens das nächste Projekt gestartet. Das Gerippe steht bereits, in den kommenden Wochen soll der Ofen fertig werden.

Für die zweite Oktoberhälfte ist ein Tag der Offenen Tür in Alt-Geismar geplant. Unter anderem soll es dann frische Backwaren aus dem neuen Ofen geben, natürlich nach historischen Rezepten. Aber auch Pizza darf es mal geben.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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