Ehrenamtliche übernehmen Partnerschaft: Hilfe für die neuen Nachbarn

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Paten und Asylsuchende: von links oben Karl-Heinz Reichmann mit den Flüchtlingspaten Christa und Wilfried Schmidt, Ayman Hamwi (hinten rechts) und Wisam Sbehat (links) mit ihren Familien, die nach ihrer Flucht aus Syrien in Elfershausen leben.

Elfershausen. In Malsfeld haben Ehrenamtliche mit dem Forum Asyl ein Hilfswerk aufgebaut. Christa und Wilfried Schmidt haben in ihrem Dorf eine Patenschaft für 14 Flüchtlinge übernommen.

„Was wir machen ist doch Nachbarschaftshilfe“, sagt Christa Schmidt über ihre Arbeit, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Wilfried seit kurz vor Weihnachten für drei Familien aus Syrien leistet. Wisam Sbehat und Ayman Hamwi sind mit ihren Frauen und Kindern vor dem Krieg geflohen und wohnen nun in Elfershausen. Ayman Hamwi hat auch seine Schwägerin und deren Kinder mitgebracht. Nun leben sie alle gemeinsam in einem Haus in Elfershausen.

Schräg gegenüber wohnen Christa und Wilfried Schmidt. Sie sind immer zur Stelle, wenn sie von ihren Patenfamilien gebraucht werden. Fast jeden Tag schauen sie bei Familie Shebat und Familie Hamwi vorbei. Noch vor deren Ankunft hat das Rentnerehepaar Schmidt gemeinsam mit dem Ortsvorsteher Karl-Heinz Reichmann unter anderem Möbelspenden gesammelt, um die Wohnungen in dem alten Bauernhaus an der Hauptstraße einzurichten. Und noch immer kümmern sich die Flüchtlingspaten darum, wenn den syrischen Asylsuchenden etwas fehlt. Die Paten fahren mit zum Einkaufen, begleiten die Familien bei Behördengängen oder Arztbesuchen.

Alles liegt in Trümmern: Wisam Sbehat zeigt ein kurzes Video von seinem Haus in Hamar, von dem nur noch wenige Mauern stehen.

„Wir reden, wenn wir hier sind, fast nur Deutsch“, sagt Christa Schmidt. Ausgenommen dann, wenn die Verständigung völlig hängt, nutzen sie eine Übersetzungs-App auf dem Smartphone. Wisam Sbehat kann sich zwar auf Englisch verständigen und spricht auch ein paar Wörter Deutsch, die Sprache fällt ihm und den anderen Erwachsenen aber sehr schwer. Die elfjährige Shahed hat diese Hürde schon ganz gut im Griff. Sie geht in Malsfeld in die Schule.

Für die Erwachsenen werde momentan kein Deutschkurs angeboten, so Reichmann. Die Flüchtlingspaten fühlen sich daher auch dazu berufen, beim Erlernen der neuen Sprache zu helfen. „Wir erinnern alle ständig daran, wie wichtig es ist, Deutsch zu lernen, vor allem auch, um arbeiten zu können“, berichtet der Ortsvorsteher. Er will den Männern helfen, schnell einen Arbeitsplatz zu finden.

„Ohne Oma Christa und Opa Wilfried wäre alles viel schwerer“, übersetzt Shahed das, was ihre Mutter Lamia Hariri sagt. Die Flüchtlinge sind sehr dankbar für die Hilfe der Paten. Sie seien alle froh, dass sie in Deutschland seien können, sagt Wisam Sbehat. Ayman Hamwi stimmt ihm auf Arabisch zu und fügt dann mit den wenigen Worten, die er auf Deutsch spricht hinzu: „Syrien kaputt!“

Quelle: HNA

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