Historisches Heimatspiel: Bergheimer geben Lokalgeschichte zum Besten

Historische Kostüme, imposantes Bühnenbild: Die Bergheimer haben für ihr Theaterstück einiges an Aufwand betrieben.

Bergheim. Von einem, der auszog, die Heimat zu verteidigen. So oder ähnlich könnte man das Stück nennen, das eine Gruppe von etwa 40 Bergheimern derzeit einstudiert und am kommenden Wochenende aufführen wird.

In dem historischen Heimatspiel geht es um einen Bergheimer, der im 19. Jahrhundert im Kampf gegen Napoleon und seine französischen Truppen von sich reden machte: Justus Lichau. „Nachdem die Hessen ihren Aufstand gegen Napoleon längst verloren hatten, wagte Justus Lichau es, seinen eigenen Aufstand zu proben“, erklärte Otto Blumenstein, der für das Gesamtmanagement der Theateraufführung verantwortlich ist. „Unter dem Pseudonym General Schmissing verschickte Lichau Einberufungsbescheide und stellte sich so seine eigenen Truppen zusammen“, sagte Blumenstein.

Und mit denen ließ sich der Bergheimer Anfang des 19. Jahrhunderts auf ein Katz-und-Maus-Spiel ein. „Der hatte viele waghalsige Ideen, aber so richtig Erfolg hatte er gegen die Übermacht natürlich nicht“, sagte Otto Blumenstein. Irgendwann hatte Justus Lichau fliehen müssen – nach Böhmen nämlich. „Aber nach sieben Jahren kehrte er zurück und lebte bis zu seinem Tod auf seinem Hof in Bergheim.“

Die Geschichte des Generals Schmissing soll so tatsächlich geschehen sein. Das Theaterstück wurde im Original vom Bergheimer Oskar Schade geschrieben und über die Jahre verändert. Die aktuelle Neufassung hat Martin Söchting besorgt. Etwa 40 Mimen sind an dem etwa zwei Stunden dauernden Stück beteiligt. „Und davon nur vier Erwachsene“, wie Otto Blumenstein betonte. „Wir proben seit zweieinhalb Jahren“, sagte Regisseurin Evelyn Mannel. „Erst einmal die Woche, später zweimal.“ In der heißen Phase kurz vor der Generalprobe wird natürlich deutlich mehr geübt. Die Bergheimer haben für alles selbst gesorgt. „Die Kostüme haben unsere Bergheimer Frauen genäht, das imposante Bühnenbild ist ebenfalls eine Eigenkreation“, berichtete Mannel.

„Apropos Generalprobe“, sagte Evelyn Mannel. „Zwar sind unsere Vorstellungen komplett ausverkauft. Zur Generalprobe können die Leute aber kommen.“ Die finde, wie auch die Aufführungen, im Garten von Christa Kellner in der Nussgasse statt. „Der Eintritt ist frei, aber Spenden werden gern gesehen.“

Quelle: HNA

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