Die Fraktion der Unabhängigen Knüllwälder hat sich von der CDU abgespaltet

UKW auf eigener Welle

Spricht für die neue Fraktion der Unabhängigen Knüllwalder (UKW): Hans-Heinrich Laabs aus Remsfeld, hier mit Hund Clara. Foto:  Brandau

Knüllwald. Die Kommunalwahl endete für die Knüllwalder mit einem erstaunlichen Ergebnis: Nach der Wahl sind in der Gemeindevertretung mehr Fraktionen vertreten als überhaupt zur Wahl standen. Hans-Heinrich Laabs und Jörg Siebald scherten in der konstituierenden Sitzung aus den Reihen der CDU aus und gründeten die Fraktion Unabhängige Knüllwalder (UKW). Wir sprachen darüber mit Sprecher Hans-Heinrich Laabs.

In Knüllwald haben viele CDU gewählt. Aber statt einer großen Fraktion haben sie zwei kleine bekommen. Da ist doch mancher verdutzt, oder?

Hans-Heinrich Laabs: Ja, aber im positiven Sinne. Ich habe viele Kommentare zur Gründung der UKW bekommen. Die meisten haben gesagt, dass sie uns gewählt hätten, wenn wir zur Kommunalwahl als eigene Liste angetreten wären.

Seltsam. Man könnte auch sagen, dass die UKW den Wählerwillen beugt, indem sie die CDU-Mandate nutzt, um eine neue Fraktion zu gründen.

Laabs: Nein. Ich denke, dass die Leute nicht die CDU, sondern vielmehr die Menschen in der CDU gewählt haben. Eine Kommunalwahl ist in erster Linie eine Personenwahl.

Die Blitzgründung der UKW ist also kein Beugen des Wählerwillens.

Laabs: Nein. Nochmal: Der Wähler hat Persönlichkeiten gewählt. Ich bin von Platz 8 auf Platz 5 hoch gewählt worden: Das ist für mich ein Blankoscheck in Sachen Verantwortung. Das Volkstheater, das in den vergangenen fünf Jahren von einigen Personen in der Knüllwalder Gemeindevertretung aufgeführt wurde, das will der Wähler ganz bestimmt nicht.

Was will er denn?

Laabs: Eine kritisch-konstruktive Zusammenarbeit im Parlament. Und das kann ich schon jetzt sagen: Die UKW wird keinesfalls eine knallharte Opposition bilden. Wir wollen doch schließlich alle dasselbe – dass es den Menschen in Knüllwald gut geht.

Sie scheren aus, die vorige Legislaturperiode war von viel Streit geprägt – was läuft denn falsch in der Knüllwälder CDU?

Laabs: Tja. Die plötzliche Weigerung, den Gemeindevorstand wie noch vor der Wahl abgesprochen zu besetzen, war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die letzten fünf Jahre waren schwierig.

Sie hätten ja auch das Handtuch werfen können. Warum haben Sie denn nicht einfach Ihr Mandat zurückgegeben?

Laabs: Das wollte ich auch im ersten Zorn. Aber dann dachte ich, dass ich das unmöglich machen kann. Ich muss ja aus dem Vertrauen, das mir die Leute entgegen gebracht haben, was machen. Ich habe ja einen Auftrag von den Wählern erhalten.

Deshalb haben Sie eine neue Fraktion gegründet?

Laabs: Ja. Es ist der ehrlichere Weg, als so weiterzumachen wie bisher. Und wir haben den Kandidaten in den Vorstand gebracht, den wir als CDU vor der Wahl dem Wähler versprochen hatten.

Was ist denn Ihre Motivation, sich weiter politisch zu engagieren?

Laabs: Ich will mich für Knüllwald einsetzen. Da muss ich mich entscheiden: Entweder man ist frustriert und schmeißt alles hin oder man beißt sich durch und packt selber mit an. Ich gehöre auf jeden Fall zur zweiten Kategorie.

Was steht im Mittelpunkt Ihrer Politik?

Laabs: Bürgernähe. Wir wollen ein offenes Ohr für die Ortsbeiräte und die Einwohner haben. Dann geht es uns darum, wie man in diesen finanziell schlechten Zeiten die Lebensqualität auf dem Land erhält – ohne dabei mächtig an der Gebührenschraube zu drehen. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir mit wirtschaftlichen Aktivitäten die Einnahmen erhöhen können. An den Ausgaben kann man nicht mehr viel sparen.

Stellt die UKW eine Konkurrenz für die CDU dar? Laabs: Das liegt allein in der Verantwortung der CDU. Ich denke aber, dass die bisherige Haltung, eine knallharte Opposition zu bilden, keine großen Chancen hat. Das funktioniert vielleicht auf Bundes-, aber ganz bestimmt nicht auf Gemeindeebene. Wir sind zur konstruktiven Zusammenarbeit mit allen Fraktionen bereit.

Wo wollen Sie in fünf Jahren, bei der nächsten Kommunalwahl, stehen?

Laabs: Dann gehen wir mit der Unabhängigen Knüllwalder Wählerliste ins Rennen. Und dann werden wir sehen, ob uns die Wähler dann nicht noch nachträglich die Gründung der UKW legitimieren. SIEHE HINTERGRUND

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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