Waberner Grundschule macht mit bei Pilotprojekt – 15 000 Euro in Selbstverwaltung

Eigenes Geld für gute Ideen

Schulleiterin Ulrike Hause. Foto: ula

Wabern. Die Schule am Reiherwald in Wabern geht als einzige allgemeinbildende Schule im Schwalm-Eder-Kreis einen weiteren Schritt in Richtung zur selbstständigen Schule. Sie gehört zu den 24 Schulen in Hessen, die seit dem 1. Februar über das „große Schulbudget“ verfügen können.

Schulleiterin Ulrike Hause freut sich darüber. Über eigenes Geld zu verfügen, das die Schule eigenverantwortlich verplanen und ausgeben, gegebenenfalls auch mal für größere Vorhaben ansparen kann, das mache manches möglich, was sonst vielleicht an Verwaltungshürden und -vorschriften gescheitert wäre.

„Auch wenn wir das Geld nicht selbst in die Hand bekommen, kein eigenes Konto einrichten können, so liegt doch die Entscheidung über die Verwendung in unserer Hand“, sagt Hause. Einer kleineren Schule mit 220 Schülern und 13 Lehrkräften wie der in Wabern stehen laut Kultusministerium 0,4 Stellen (knapp 12 Wochenstunden) zusätzlich zur Verfügung – das sind pro Jahr und Stunde 1440 Euro. Damit ergeben sich mindestens 15 000 Euro pro Jahr, über deren Einsatz die Schule jetzt selbst entscheiden kann.

Über konkrete Pläne verfügt die Schule allerdings noch nicht. „Wir haben gerade erst angefangen und noch nicht einmal den Vertrag unterschrieben“, sagt die Schulleiterin. Das heißt aber nicht, dass sie nicht schon jede Menge Ideen hat, wie man das Geld einsetzen könnte. „Wir wollen ja die Qualität unserer Schule verbessern“, betont sie. In erster Linie will sie aus ihrem Budget zusätzliche personelle Unterstützung aller Art finanzieren.

Vorstellen könnte sie sich die Förderung von Leseprojekten, die stundenweise Beschäftigung einer Mitarbeiterin in der Schulbibliothek, zusätzliche Hilfe bei der Ganztagsbetreuung, die in Wabern besonders gut läuft.

„Ich habe vor dem eigenen Budget keine Angst. Vielleicht liegt es daran, dass ich mal eine Banklehre gemacht habe.“

Ulrike Hause

Im Blick habe man dabei immer die Frage: Was ist gut für die Kinder? Das könne auch mal eine Fortbildung für Lehrkräfte sein, die sich positiv auf den Schulalltag auswirke. Der Etat dafür sei bisher verschwindend gering. „Kreativ mit dem Geld umgehen“, so heißt das Ziel in Wabern.

Spannendes Projekt

„Es ist spannend, an so einem Pilotprojekt landesweit teilzunehmen“, sagt Ulrike Hause. Die 46-jährige Hombergerin, die seit fünf Jahren in Wabern arbeitet und zuvor die Schulleitung in Frielendorf innehatte, kann Befürchtungen mancher Kollegen zwar verstehen, teilt sie aber nicht. „Vielleicht liegt das daran, dass ich mal eine Banklehre gemacht habe“, sagt sie und lächelt verschmitzt.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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