Eigentümer sollen zahlen

Körle erhebt Abwasserbeiträge wegen des Anschlusses an die Kläranlage Melsungen

Standort fürs neue Pumpwerk: Manfred Zenker vom Bauamt und Bürgermeister Mario Gerhold (von links) studieren den Plan für die künftige Abwasserleitung. Im Hintergrund ist die alte Kläranlage zu sehen. Foto: Féaux de Lacroix

Körle. Grundstückseigentümer in Körle müssen sich im kommenden Jahr auf die Zahlung eines Abwasserbeitrags einstellen. Die Gemeinde plant den Anschluss an die Kläranlage in Melsungen, die Kosten sollen zum Teil die Grundstückseigentümer tragen.

Rund 250 000 Kubikmeter Abwasser werden künftig jedes Jahr von Körle zur Kläranlage in Melsungen geleitet und dort gereinigt. Um den Anschluss herzustellen, muss ein Pumpwerk gebaut und eine vier Kilometer lange Abwasserleitung von Körle bis nach Röhrenfurth gelegt werden. 2,3 Millionen Euro wird das voraussichtlich kosten.

Die Gemeinde hat einen Finanzierungshilfeantrag beim Regierungspräsidium Kassel gestellt, mit einer Bewilligung wird für Januar gerechnet. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Investition jeweils zu einem Drittel über Landeszuweisung, Eigenleistung der Kommune und Beiträge von Grundstückseigentümern finanziert werden kann.

Aktualisiert um 15.30 Uhr.

Der Bau einer neuen Kläranlage in Körle - die jetzige ist mehr als 40 Jahre alt - wäre nach Angaben von Bürgermeister Mario Gerhold mit 2,95 Millionen Euro deutlich teurer geworden als der Anschluss an die Melsunger Kläranlage. Auch bei den laufenden Kosten ergibt sich nach Angaben des Bürgermeisters durch den Anschluss an Melsungen ein Vorteil von 110 000 Euro jährlich. 135 000 Euro muss Körle künftig an Melsungen für die Abwasseraufbereitung zahlen, hinzu kommen 145 000 Euro für den Betrieb des Pumpwerks.

Aus Sicht der CDU zahlt Körle der Stadt Melsungen zu viel für die Wasseraufbereitung: "Wir fühlen uns über den Tisch gezogen", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Greiner. Die CDU-Fraktion in Körle hatte im Mai gegen den Vertrag mit Melsungen gestimmt. Michael Ötzel, Fraktionsvorsitzender der SPD, widerspricht: "Die Vereinbarung ist fair - für beide Seiten", sagt er. Die Verhandlungen mit Melsungen hätten auf Augenhöhe stattgefunden.

Die Höhe des einmaligen Beitrags für die Grundstückseigentümer stehe noch nicht fest, sagt Bürgermeister Gerhold. Mehr als ein Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche werde aber nicht anfallen. Im Januar 2013 werden die Arbeiten ausgeschrieben, der Bau des Pumpwerks und der Abwasserleitung soll im April beginnen, kündigt Gerhold an. "Im September können wir die Anlage voraussichtlich in Betrieb nehmen."

Das Pumpwerk wird auf der freien Fläche neben der alten Kläranlage gebaut. "Das wird nicht größer als eine Doppelgarage", sagt der Bürgermeister - etwa fünf mal acht Meter. "Allerdings wird das Pumpwerk sieben Meter tief in den Boden reichen", erklärt Manfred Zenker vom Bauamt.

Die alte Kläranlage wird künftig nicht mehr gebraucht - auf dem Gelände sollen Grünabfälle gesammelt werden.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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