Die Europa-Union und Oberaula richteten Neujahrsempfang mit Thomas Mann aus

Eiliger Botschafter Europas

Im Zeichen der Europaflagge: Thomas Mann, Mitglied des Europaparlaments (CDU, rechts) war Gast der Europa-Union Schwalm-Eder. In der Mitte Vorsitzende Marianne Hühn, links Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner. Foto: Löwenberger/nh

Oberaula. Was hätte passender sein können? Mit der Ode an die Freude aus Beethovens Neunter Sinfonie eröffnete der Posaunenchor den Neujahrsempfang der Gemeinde Oberaula und der Europa-Union am Sonntagnachmittag im Hotel „Zum Stern“.

130 Gäste waren der Einladung der Kreisvorsitzenden Marianne Hühn und des Bürgermeisters Klaus Wagner gefolgt. Gast des Tages war der Europaabgeordnete Thomas Mann. Der Christdemokrat (CDU) ist seit 1994 Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP).

„Älteste Bürgerinitiative“

Marianne Hühn referierte kurz über die Geschichte und die Ziele der Europa-Union, der „fast ältesten Bürgerinitiative“. Überdies sei die Europa-Union Schwalm-Eder der mitgliederstärkste Verband in Hessen.

Hühn hatte die dritte Veranstaltung dieser Art im Schwalm-Eder-Kreis auch deshalb in ihre Heimtagemeinde Oberaula geholt, weil Oberaula gemeinsam mit dem Partnerschaftsverein seit den Sechzigerjahren eine erfolgreiche und sehr lebhafte Partnerschaft mit dem südfranzösischen Marsanne pflegt.

Neinsager England

Thomas Mann berichtete aus dem europäischen Parlament. Die „Engländer mit ihrem ständigen No“ waren dabei ebenso Thema wie die demonstrierenden Griechen und die erfolgreich aus der Krise hervor gegangenen Iren, Schuldenreduzierung und Schuldengrenze, Hedgefonds und Eurobonds, Ratingagenturen, Banken und Finanztransaktionssteuer.

Auch der bereits 1996 vom damaligen deutschen Finanzminister Theo Waigel initiierte Stabilitäts- und Wachstumspakt und die Bemühungen von „Merkozy“, also der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, hätten dazu geführt, dass „die Deutschen nachhaltigst bewundert werden“, zog Mann Resümee.

Weiterführende Fragen waren nicht möglich, weil der Europaparlamentarier direkt nach seiner Rede zum nächsten Termin aufbrach.

Gemeinsam zeichneten Marianne Hühn und ihr Vorgänger Heinz Wagner einige Mitglieder für 35-jährige Treue zum Kreisverband mit der goldenen Nadel und einer Urkunde aus, ehe der Neujahrsempfang mit Vorträgen des Singkreises Hausen ausklang und sich die Besucher bei Kaffee, Kuchen und Canapés wieder den regionaleren Themen zuwandten. (nh)

Von Bernd Löwenberger

Quelle: HNA

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