Bewährungsstrafe für Drogenabhängige

Einbruch für die Mutter

Zu acht Monaten Haft auf Bewährung, 600 Euro Schadensersatz und 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit wurde eine 32 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg verurteilt.

Treysa. Im November 2012 hatte die Angeklagte gemeinsam mit einem einschlägig bekannten Einbrecher in einem Ort im Altkreis einen Wohnungseinbruch begangen und dabei Uhren, Schmuck (Gesamtwert 500 Euro) und eine geringe Mengen Bargeld erbeutet. Beim Verkauf des Diebesgutes erzielte die Angeklagte 170 Euro.

Die 32-Jährige zeigte sich in allen Punkten geständig und entschuldigte sich am Ende der Verhandlung beim Einbruchsopfer für die Tat.

Angst vor Repressalien

Während des Prozesses kam heraus, dass die Frau vermutlich aus Angst vor Repressalien an dem Einbruch teilnahm. „Der damalige Lebensgefährte meiner Mutter setzte mich am Tatabend massiv unter Druck. Ich hatte Angst, dass meine Mutter kein Geld mehr bekommt, darum bin dann mit ihm mitgegangen“, versuchte die Angeklagte ihre Motivation zu erklären.

Der Staatsanwalt machte in seinen Ausführungen deutlich, dass Opfer eines Einbruchs häufig zusätzlich zu dem materiellen Verlust durch die gewaltsame Verletzung ihrer Privatsphäre auch seelischen Schaden nehmen.

Ein Ekelgefühl

„Man hat so ein Ekelgefühl, ich habe erst mal alles gewaschen“, schilderte so auch das Einbruchsopfer in ihrer Zeugenaussage die Folgen der Tat.

Die drogensüchtige Frau zeigte sichtlich Reue und schaute immer wieder zerknirscht unter den Tisch. Seit vielen Jahren befindet sich die Frau in einem Drogensubstitutionsprogramm, geht mittlerweile einer geregelten Arbeit nach und hat eine gerichtlich bestellte Betreuerin an ihrer Seite.

„Trotz der vielen Menschen um sie herum läuft in ihrem Leben immer mal wieder etwas schief“, bilanzierte der Vorsitzende Richter und ließ, obwohl die Angeklagte die Tat in ihrer Bewährungszeit begangen hatte, auch aufgrund der positiven Sozialprognose noch einmal Milde walten.

„Sie haben schon viel Schlechtes mitgemacht, können aber mit 32 Jahren auch noch viel Gutes aus ihrem Leben machen“, zog der Staatsanwalt einen versöhnlichen Schlussstrich unter dem Fall.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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