Kunst von einem Ort: Galerie zeigt Werke, die sich mit der Gegend beschäftigen

Eindrücke eines Dorfes

Holzburg. „Moderne Kunst wird auch hier gut angenommen“, sagte Dr. Anton Merk. Er präsentiert ab Sonntag, 21. Juli, die zweite Ausstellung in seiner Galerie in Holzburg. Der Titel: Kunst von einem Ort. Die Besucher bekommen Fotografien, Collagen, Textilkunst und Skulpturen von acht Künstlern aus ganz Deutschland zu sehen, die sich mit dem Dorf Holzburg beschäftigt hatten.

Bereits von 2006 bis 2010 betrieb Merk im alten Pfarrhof eine Galerie, nachdem er die Leitung des Dorfmuseums übernahm, waren die Räumlichkeiten geschlossen. Nun befinden sich an gleicher Stelle wieder Ausstellungsräume. Doch der 67-Jährige legt keinen Wert auf kommerzielle Interessen, vielmehr habe ihm die Auseinandersetzung mit Gegenwartskunst gefehlt.

In den Räumen des alten Jugendheims des ehemaligen Holzburger Pfarrers Heinrich Metz sind nun in zwei Räumen zeitgenössische Werke zu sehen, die Holzburg zeigen. Den Auftakt bildet die Fotocollage „Geistern“ von Andrea Froneck-Kramer aus Waßmuthshausen, sie greift historische Motive und Momentfotografie der Gegenwart auf – so entsteht ein Bild des Holzburgs von gestern und heute.

Einen Teil der Ausstellung machen Fotografien des Pfarrers Metz aus. Metz schwarz-weiß Aufnahmen entstanden allesamt rund um den Pfarrhof in den 1920er und 1930er Jahren. Es sind Porträts und Szenen des Dorflebens zu sehen. Metz achtete auf eine klare Struktur und Komposition, erklärte Anton Merk. Sie stehen den Fotografien von Wolf Lücking gegenüber. Er lichtet im Auftrag eines Ostberliner Instituts die Schwälmer Tracht ab. Entstanden sind spontane Aufnahme aus dem Dorfalltag.

„Holzburg hat die Künstler inspiriert.“

Anton Merk

Eigentlich sei Holzburg ein Dorf mit 400 Einwohnern, doch der Ort, die Schwälmer Kultur, die Landschaft und auch das Dorfmuseum haben auf Künstler aus nah und fern gewirkt. „Holzburg hat die Künstler inspiriert“, sagte der Galerist. Der größte Teil der Ausstellungsstücke war bereits in früheren Jahren in den Galerieräumen zu sehen und stammte aus der persönlichen Sammlung von Anton Merk, andere Stücke sind Leihgaben des Dorfmuseums und von Privatpersonen.

Auch Rosa Merk, die Tochter des Galeristen, ließ sich von dem Ort beeinflussen. Sie stellt Porträts von Holzburgern sowie Landschaftsaufnahmen aus. Spektakulär sind die Arbeiten von Waltraud Frese. Sie greift Element der Schwälmer Tracht auf und setzt sie in ihren textilen Arbeiten neu zusammen. So entstand aus weißem Japanpapier und Plastikfolie die traditionelle Brautkrone der Tracht. Aus Fahrradschläuchen und Filz entwarf sie in Anlehnung an das Trauermäntelchen moderne Textilstücke.

• Die Vernissage findet am Sonntag, 21. Juli, ab 15 Uhr in der Galerie Holzburg statt. Die Ausstellung ist bis zum 25. August immer sonntags von 15 bis 17 Uhr zu sehen.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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