Forum Asyl Schwalmstadt: Mehr als 100 Menschen wollen Flüchtlinge begleiten

Eine Börse für viele Ideen

Sammelten Ideen zur Flüchtlingsbegleitung: (von links) Björn Keding (Diakonische Gemeinschaft Hephata), Jochen Helwig (Arbeitskreis), Koordinatorin Clara Förster, Silvia Scheffer (Diakonisches Werk), Klaus Schubert (Arbeitskreis) und Nils Rampe (Stadt Schwalmstadt). Foto: Rose

Treysa. Auf große Resonanz stieß am Donnerstagabend das Forum Asyl in Treysa: Organisiert worden war die Veranstaltung zum Auftakt der Flüchtlingsbegleitung in der Festhalle vom Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde, vom Diakoniezentrum Hephata, der Stadt, dem Kreis, dem Diakonischen Werk, der Diakonischen Gemeinschaft Hephata sowie vom Kirchenkreis. „Wir hatten mit 50 Besuchern gerechnet, gekommen waren 125“, zog Björn Keding von der Diakonischen Gemeinschaft eine durchweg positive Bilanz.

Ziel sei der koordinierte Aufbau einer Ehrenamtsstruktur, um Flüchtlinge in der Stadt zu unterstützen und zu begleiten. Alle Ideen bündeln wird Clara Förster, Projektkoordinatorin Asyl. Sie soll auch in Zukunft Ansprechpartnerin für Menschen sein, die sich einbringen wollen.

Am Donnerstagabend wurden zunächst fleißig Vorschläge gesammelt und Arbeitsgruppen gegründet. Wenn es nach Jochen Helwig und Klaus Schubert vom Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde geht, sollen sich möglichst viele Bereiche der Teilhabe in der Stadt etablieren: „Viele Wohnzimmer-Sprachkurse gibt es schon“, erklärte Helwig.

Patenschaften etablieren

Neben dem Erwerb von Sprache und Kultur möchten die Organisatoren auch die emotionale Begleitung weiter voran treiben. „Es soll Patenschaften geben, wo Menschen wirklich erst mal Beziehungsarbeit leisten müssen“, sagt Keding. Bestehendes soll weiter ausgebaut werden – etwa das Fahrradprojekt. In Frankenhain werden alte Räder gesammelt, wieder flott gemacht und Asylsuchenden zur Verfügung gestellt.

In Planung ist die Einrichtung eines kleinen Lagers in Hephata. „Sachspenden, Kleinmöbel und Dekoratives sollen hier gesammelt werden“, erläutert Keding. Weiterhin koordiniert werden sollten Begleitungen zum Arzt oder zu Behörden, Fahrdienste sowie Freizeitangebote.

„Aus den Reihen des ESV Jahn wird es Sportangebote wie etwa Tennis geben“, erklärt Helwig. Möglich seien auch Beschäftigungsfelder wie das Handwerk. Der Verein Altstadtfreunde Treysa brachte den Vorschlag ein, ein älteres Gebäude zu kaufen und mit Flüchtlingen zu sanieren: „Der Gedanke ist, dass anerkannte Flüchtlinge dort dann auch ein neues Zuhause finden“, verdeutlicht Keding.

Dolmetscher-Pool

Eingerichtet werden soll zudem ein Dolmetscher-Pool. Vom Bildungs- und Kulturverein kam die Idee des interreligiösen Dialogs. „Wir müssen mehr über verschiedene Religionen lernen“, meinten die Organisatoren.

Die neue Gruppe werde sich regelmäßig treffen. Von ihren Plänen sollen über Protokolle und E-Mail-Verteiler stets auch alle anderen ehrenamtlich Engagierten erfahren. Helwig schätzt, dass die ersten Projekte noch etwa bis Mitte Januar organisatorischen Vorlauf benötigen. „Klar ist auch, dass wir direkt auf die Menschen zugehen müssen. Ein Aushang am Schwarzen Brett reicht nicht. Wir müssen die Flüchtlinge abholen“, sagt er.

Quelle: HNA

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