"Das ist vorbildlich"

Eine Eins mit Sternchen für interkommunale Zusammenarbeit

Neue Halle: Tanja und Holger Jäger (vorne links) aus Wabern sind die Neuen im interkommunalen Industriegebiet Fritzlar Nord. Die Erweiterung des Gewerbegebiets wird im nächsten Frühjahr umgesetzt. Darüber freuen sich (von rechts) Volker Zimmermann, Hartmut Spogat, Klaus Gier, Holger Schach und gerhard Schütt von der Stadt Fritzlar. Ein Reifenlager wird das Team der Firma Range bauen (Mitte von links) Dirk Braun, Michael Machulik und Friedrich Keller. Foto: Yüce

Fritzlar. Hätte er eine Schulnote vergeben, dann hätte Regionalmanager Holger Schach wohl die Note eins mit Sternchen verteilt. „Sie haben das strategisch sehr geschickt gemacht. Sie haben das Baugebiet nach Bedarf erschlossen und das ist sehr gut gelaufen", attestierte Schach den Bürgermeistern aus Fritzlar, Edertal und Bad Wildungen.

Deren interkommunale Zusammenarbeit sei vorbildlich und nicht besser umzusetzen.

Gemeinsam vermarkten diese seit fünf Jahren das interkommunale Gewerbegebiet Fritzlar Nord. Dort, wo mittlerweile Unternehmenshallen stehen und Betriebe ihre Arbeit aufgenommen haben, „war vor fünf Jahren noch Ackerland“, erinnerte sich Schach. Nun steht die weitere Erschließung des Gebiets an - Baubeginn dafür soll März/April sein.

Man versuche sich abseits der großen Logistikzentren zu positionieren. „Das gelingt uns und ist zudem fruchtbar für die Region“, sagte Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat. Von insgesamt 250.000 Quadratmetern Fläche seien 29.000 Quadratmeter verkauft. „Es gibt noch Optionsflächen für Claas Landmaschinentechnik“, erklärte Spogat. Und es könnten sich gebenenfalls künftig eine Indoor-Fischzuchtanlage und ein Logistiker ansiedeln, so Spogat.

Wächst: Gewerbegebiet Fritzlar Nord soll erweitert werden (gelbe Linie). Quelle: Stadt Fritzlar

Fest steht indes, dass die Firma von Holger und Tanja Jäger aus Wabern nun auch in dem interkommunalen Gewerbegebiet aktiv wird. Jäger hat bereits eine von zwei geplanten Hallen errichtet. Die Fläche darin ist variabel aufteilbar und wird an kleinere Betriebe vermietet. Zwei der insgesamt drei Hallenteile seien bereits vermietet - an eine Firma aus dem Bereich Entsorgung, Kanalreinigung und Maschinenbau sowie an einen Betrieb, der Baumaschinen repariert. „Wenn es für den dritten Teil auch einen Mieter gibt, fangen wir mit der zweiten Halle an“, so Jäger. Viel Werbung habe er bislang nicht machen müssen. „Ein einfaches Schild an der Halle hat gereicht, und schon gab es die ersten Anfragen.“

Für Jäger hätte Schach sicher die Bestnote vergeben. „Die meisten bauen erst, wenn sie die Mietverträge haben. Sie machen es anders und haben damit Erfolg. Auch das ist vorbildlich.“

Und auch das Autohaus Range hat Expansionspläne: Ein Reifenlager mit Hebebühnen wird entstehen. Dort sollen künftig vier Mitarbeiter des Unternehmens arbeiten. (wir berichteten). „Wir haben 500 Reifensätze eingelagert und sind rappelvoll. Deshalb schaffen wir in direkter Nähe zu unserem Handelsplatz das neue Lager.“

Hinzu komme in dem Gewerbegebiet noch eine Firma aus Kassel, die im Bereich der Lasermesstechnik tätig ist. „Sie werden 14 Arbeitsplätze hier schaffen“, so Spogat.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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