Eine Flamme des Friedens

Jesus, das Licht der Welt: Am dritten Adventssonntag wurde vom Wolfhager Bahnhof das Friedenslicht aus Bethlehem auch in das Wolfhager Land ausgesendet. Foto: Michl

In unserer Adventsserie widmen wir uns täglich einem Stichwort aus der Weihnachtsgeschichte. Heute geht es um das Licht, das aus Betlehem kommt. Jesus steht symbolisch für das Licht der Welt.

Von Reinhard Michl

Wolfhagen. Um 19.12 Uhr am dritten Adventssonntag sollte auf Gleis vier des Wolfhager Bahnhofs die von mehr als 100 Menschen erwartete kostbare Fracht mit der Regiotram eintreffen und in das Wolfhager Land ausgesendet werden: das Friedenslicht aus Bethlehem. Als aber die ersten Passanten am Aussendungsort eintrafen, brannte die Flamme bereits im Kerzenhäuschen.

Mädchen und Jungen der Wolfhager Pfadfindergruppe Sankt Heimerad hatten das Licht bereits am späten Nachmittag im Kasseler Hauptbahnhof in Empfang genommen und schützend in einem Stalleimer aus Metall mit dem Auto nach Wolfhagen transportiert. Das Gefäß, das die Flamme schütze, besaß Symbolcharakter, ebenso wie das Kerzenlicht als Zeichen für Jesus Christus, der von der Jungfrau Maria in einem Stall in Bethlehem geboren wurde.

Das Friedenslicht ist längst zu einem Zeichen der Nähe Gottes und seiner Zuwendung geworden. Nicht nur für die Christenheit gemäß den Worten von Jesus im Johannes-Evangelium „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wan- deln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“, sondern auch als Symbol für Frieden, Wärme und Mitgefühl.

In diesem Jahr steht die Aktion Friedenslicht aus Bethlehem in Deutschland deshalb unter dem Motto „Recht auf Frieden.“ Hintergrund dafür ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, die seit 65 Jahren besteht. Dort wird zu Recht darauf hingewiesen, dass alle Menschen die gleichen Rechte auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt haben. Im Artikel zwei der Erklärung wird zudem ausgeführt, dass „jeder Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, nationaler oder sozialer Herkunft...“ hat.

Das Friedenslicht von Bethlehem, das in der Vorweihnachtszeit alljährlich am Geburtsort von Jesus Christus entzündet wird, tritt für Europa immer am dritten Advent von Wien aus mit dem Zug seinen Weg in über 30 Städte in Deutschland an und wird dort von Pfadfindern in jeweiligen Aussendungsfeiern weitergereicht an Gruppen und Gemeinden, damit das Friedenslicht an Weihnachten in vielen Häusern und Kirchen brennt. Die Flamme wird von den Pfadfindern in die Familien, in Kirchengemeinden, Krankenhäuser und Schulen, in Alten- und Pflegeheime und zu Menschen getragen, die im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens stehen.

Ökumene

Während der Aussendungsandacht, die von Martina Kratz, Kreisjugenddiakonin im Evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen und Jürgen Günst, Gemeindereferent der katholischen Kirchengemeinde Sankt Maria Wolfhagen, gefeiert wurde, gab es Impulse und Gebete von Rajmond Eckenberger, Sophia Wagner, Sandra Becker und Vanessa Braukhof. Musikalisch mitgestaltet wurde die Andacht vom Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde.

Quelle: HNA

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