20 Jahre Künstlerstipendium in Willingshausen: Ausstellungseröffnung am kommenden Freitag

Ausstellung zu 20 Jahren Künstlerstipendium in Willingshausen

Kreativ im Atelier: Auch Nina Kaun gehört zu der Schar der Willingshäuser Stipendiaten, die im Ort mehrere Monate leben und arbeiten. Sie war 2013 in der Malerkolonie zu Gast.

Willingshausen. Eine neue Ausstellung bebildert ab Freitag, 5. August, 20 Jahre Künstlerstipendium Willingshausen.

Zu sehen ist ein Querschnitt von künstlerischen Werken der Stipendiaten, die seit zwei Jahrzehnten mehrere Wochen im Jahr in der Malerkolonie leben und arbeiten.

42 junge Künstler haben im Ort bisher ihre Spuren hinterlassen. In Willingshausen entstand eine beeindruckende Bibliothek der geförderten Künstler-Kataloge, in denen die entstandenen Arbeiten und Ausstellungen dokumentiert und kommentiert sind.

Auch in diesem Jahr haben sich wieder zwei Künstler kreativ mit Land und Leuten auseinandergesetzt: Thilo Jenssen hat seine Werke bereits gezeigt, für Ekachai Eksaroj beginnt das Stipendium in der Ausstellungszeit.

Die Abgeschiedenheit des Dorfes und die gleichzeitige Nähe zur Bevölkerung waren dabei immer wieder eine starke Herausforderung für beide Seiten, denn die meisten Stipendiaten haben nicht einfach ihre bisherige Kunst fortgesetzt, sondern besondere Projekte entwickelt, in denen sie den Ort und die Landschaft in Tradition und Gegenwart, manchmal auch die Willingshäuser direkt in ihre Arbeit mit einbezogen haben.

Besonderes Dorf

„Es gibt wohl kein Dorf in Deutschland, das auf so verschiedene Weise künstlerisch in den Blick genommen wurde und wird wie Willingshausen“, ist Kurator Bernhard Balkenhol überzeugt.

Wie die Ausstellung zeigt, entstanden nicht mehr nur Malereien wie zu Zeiten der Malerkolonie, vielmehr spiegeln die Werke die gesamte Bandbreite der Medien - von der Zeichnung und Malerei über Skulpturen und Installationen bis hin zu Fotografie und Video - wider. Die künstlerischen Positionen geben das aktuelle Kunstgeschehen wieder. Die Stipendiaten widmen sich zeitgemäßen Themen und hinterfragen, inwieweit sie mit ihrer Arbeitsweise den gegebenen Kunstbegriff weiterentwickeln können.

Ankäufe der Gemeinde

Die Exponate kommen aus der Sammlung der Gemeinde, die seit längerem Arbeiten der Stipendiaten angekauft hat, aber auch von Privatsammlern. Darüber hinaus haben ein Großteil der Stipendiaten als Hommage an das Stipendium und Willingshausen aktuelle Werke geschickt, die zeigen sollen, woran sie gerade arbeiten.

Zur Eröffnung haben sich viele ehemalige Stipendiaten angemeldet. Die Einführung übernimmt Bernhard Balkenhol. Zur Ausstellung wird es ein Begleitprogramm geben. Dazu gehören unter anderem Führungen durch die Ausstellung mit ehemaligen Stipendiaten sowie Workshops für Kinder und Jugendliche. Für den 11. September ist zudem der Tag der offenen Haustür geplant: Besucher können von privater Hand angekaufte Werke in den Wohnzimmern der Besitzer besichtigen.

Veranstalter ist die Willingshausen Touristik Betriebsgesellschaft, Träger des Stipendiums sind die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die SV SparkassenVersicherung, die Kreissparkasse, der Schwalm-Eder-Kreis und die Gemeinde Willingshausen. (sro)

• Eröffnung Freitag, 5. August, 19 Uhr, Kunsthalle Willingshausen, zu sehen ist die Schau bis zum 11. September

Quelle: HNA

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