Eine Liebe fürs Leben

Karl-Ludwig und Anneliese Henkel feiern heute ihre Eiserne Hochzeit

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Heute ist ihre Eiserne Hochzeit: Karl-Ludwig und Anneliese Henkel aus Ehlen sind seit 65 Jahren verheiratet. Der 86-Jährige pflegt seine bettlägerige Frau seit acht Jahren zu Hause.

Habichtswald. „Ich werde meine Frau nicht aus dem Haus geben. Wir haben uns vor dem Traualtar versprochen, dass uns beide nichts trennen wird, bis dass der Tod uns scheidet.“

Ein unmissverständliches Bekenntnis des 86-jährigen Karl-Ludwig Henkel, der seit acht Jahren seine kranke Ehefrau mit viel Liebe im gemeinsamen Haus pflegt. Heute feiert das an der Blumenstraße in Ehlen wohnende Ehepaar das Fest der Eisernen Hochzeit, sind also seit 65 Jahren verheiratet. Erste Gratulanten werden die Familien ihrer fünf Kinder mit fünf Enkelkindern sein.

„Wir haben uns vor dem Traualtar versprochen, dass uns beide nichts trennen wird.“

Zum ersten Mal begegnet sind sich der am 30. Januar 1927 in Ehlen geborene Karl-Ludwig Henkel und die drei Jahre jüngere Anneliese, die mit ihren Eltern aus Oberschlesien vertrieben wurde und im ehemaligen Hofgut Ropperode als Melkerin Arbeit fand, bei einem Tanzabend in Ehlen. Karl-Ludwig Henkel: „Ich habe mich sofort in das wunderschöne Mädchen verliebt, sie zum Tanz aufgefordert und sie nicht mehr losgelassen.“ Auch bei Anneliese sprang Amors Funke sofort über.

Beide trafen sich eine Woche später bei einem Tanzabend in Dörnberg, dort machte Karl-Ludwig seiner großen Liebe einen Heiratsantrag, der bereits vier Wochen später mit Gottes Segen besiegelt wurde. Schon ein Jahr später baute sich das Paar ein eigenes Haus, in dem sie noch heute leben. Das Eheglück wurde durch fünf Kinder bereichert.

Karl-Ludwig Henkel begann eine Lehre zum Maschinen in Kassel. Aus dem dritten Lehrjahr herausgerissen musste er zum Arbeitsdienst in Harleshausen als Flak-Helfer und erlebte hautnah am 22. Oktober 1943 die Bombardierung Kassels.

Am Entlassungstag vom Arbeitsdienst erhielt er den Stellungsbefehl, musste als Soldat zum Militär nach Gotha und von dort an die Front, wo er in amerikanische Gefangenschaft geriet und in ein Lager in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) kam.

Ein Jahr später wurde Karl-Ludwig Henkel entlassen und nach Korbach transportiert, von dort erreichte er per Anhalter seinen Heimatort Ehlen im Wolfhager Land. Im Unternehmen Henschel in Kassel fand er wieder Arbeit. 1955 wechselte er als Kesselmaschinist zur Deutschen Bundesbahn in Kassel, wo er bis zu seiner Pensionierung beschäftigt war.

Neben der großen Liebe zu seiner Frau und Familie hatte Karl-Ludwig Henkel eine sportliche Leidenschaft: das Fußballspielen im Trikot des SV Ehlen. Dort ging er als Linksaußen auf Torejagd und übernahm zudem viele Jahre ehrenamtliche Verantwortung in der Vereinsführung, unter anderem als Jugendwart.

Quelle: HNA

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