Reise in die Vergangenheit: Ausstellung eröffnet, Kalender vorgestellt

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Neuer Kalender: Blick auf die Waberner Kirche, gemalt von F.Streith 1965.

Wabern. Eine Kaffeekanne aus dem Jahr 1830 war nur eins der vielen Exponate der Ausstellung „Wasser - das wichtige Lebenselexier“, die der Geschichtskreis Wabern in der Mehrzweckhalle veranstaltet hatte.

„Die Kaffeekanne wurde von Kindern auf das Feld gebracht“, erklärte Rainer Kumaus vom Geschichtskreis die Funktion der großen, robusten Blechkanne, mit der die Feldarbeiter im 19. Jahrhundert mit frischem Kaffee versorgt wurden. Fehlte der Stopfen auf dem Ausgießer, habe man die Kanne mit einem Stück Brotkruste verschlossen, damit unterwegs nichts auslief.

In der Ausstellung ging es um Gegenstände, die alle etwas mit Wasser zu tun hatten, wie historische Seifenstücke, Waschmaschinen mit Kurbelbetrieb, Waschbretter, Pumpen, Bütten, Einkochapparate und Bügeleisen. 100 Jahre alte Leinenunterwäsche flatterte auf einer Wäscheleine, historische Löscheimer stellte das Feuerwehrmuseum in Morschen aus.

Die vielen Besuchern hatten Freude an der Ausstellung, manche erinnerten sich auch an Gegenstände, die ihre Großeltern noch benutzt hatten, wie alte Zinkwannen und Nachtstühle. Für praktisch wurde von einigen Besucherinnen ein alter Küchentisch befunden, bei dem man eine Schublade mit zwei großen Emaille-Waschschüsseln unter der Tischplatte hervorziehen konnte. Schmutziges Geschirr konnte so unsichtbar bis zum Abwasch verborgen werden- eine Spülmaschine der Vergangenheit. Der Geschichtskreis hatte die vielen Ausstellungsstücke als Leihgaben aus Privatbesitz zusammengetragen und erläuterte den Besuchern ihre Funktion.

Erinnerungen geweckt

Erinnerungen weckte auch die Ausstellung „Der Weihnachtsbaum im Wandel der Zeit“. Neben einem mit Silberschmuck und Lametta ausgestatteten Weihnachtsbaum aus den 1920er-Jahren und typisch geschmückten Bäumen aus der Zeit der 60er-Jahre mit Strohsternen und der 80er-Jahre mit bunten Kugeln, zeigte der Baum im Stil der 50er-Jahre mit Süßigkeiten und Plätzchen als Baumschmuck nicht nur die wechselnde Mode der Weihnachtsbäume, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte. Der erste Tannenbaum wäre im Jahre 1908 in der evangelischen Kirche in Wabern aufgestellt worden, sagte Rainer Kumaus.

Interessant für die Besucher war auch die Fotoausstellung mit Bildern aus der Konfirmanden- und aus der Schulzeit.

Der Geschichtskreis stellte seinen neuen Kalender für das nächste Jahr vor, in dem die Geschichte der Gemeinde Wabern und einzelner Häuser sowie der Familien erzählt wird. Seit der Kalender im Jahr 2001 der erste Mal erschien, hat er inzwischen eine feste Fangemeinde, rund 200 Stück werden jedes Jahr verkauft. Der Kalender kann für sechs Euro in Wabern in den beiden Banken und der Post erworben werden.

Quelle: HNA

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