Ein Schiff dient als Vereinsheim

90 Jahre Marinekameradschaft: Eine starke Bindung zum Meer

Stilvoll eingerichtet: Das Küstenwachboot KW 18.

Borken. Fern ab vom Meer wird in Borken die Marinetradition gepflegt – und das schon seit 90 Jahren. Das Jubiläum der Marinekameradschaft (MK) Borken wurde am Wochenende gefeiert, unter anderem mit einem Landesverbandstag der hessischen Marinekameradschaften.

Am Freitag war eine Delegation im Rathaus zu Gast, an der Spitze Karl Heid, Präsident des Deutschen Marinekameradschaftsbundes.

Es sei schon recht ungewöhnlich, dass mitten in Deutschland und weit weg vom Meer eine Marinekameradschaft gegründet worden sei, sagte Bürgermeister Bernd Heßler – und trotzdem verfüge die Borkener Gemeinschaft jetzt sogar über ein eigenes, wenn auch ausrangiertes Schiff, das als Vereinsheim dient. Richard Koch, der Vorsitzende der Marinekameradschaft Borken, ging auf die 90-jährige Geschichte des Vereins ein.

Ein Schiff als Vereinsheim: Die Marinekameradschaft Borken, die am Wochenende ihr 90-jähriges Bestehen feierte, nutzt ein Küstenwachboot am Singliser See als Vereinsheim.

Als 1922 das Braunkohlkraftwerk gebaut wurde, entstand ein großer Bedarf an Menschen, die sich mit Dampftechnik auskannten. Da damals bei der kaiserlichen Marine Schiffe mit Dampftechnik angetrieben wurden, lag es nahe, diese Leute nach Borken zu holen. Bereits 1923 gründeten Marine-Freunde in Borken eine Kameradschaft.

Viele Jahre tagten sie in einem Gasthaus. Doch von Anfang an bestand der Wunsch nach einem eigenen Heim. 1989 kann die Idee auf, über den Deutschen Marinebund an ein Schiff zu kommen. Im Herbst 1992 konnten die Borkener tatsächlich das Küstenwachboot MK 18 zum symbolischen Preis von einer Mark erwerben. Am 26. April 1994 kam KW 18 schließlich durch die tatkräftige Unterstützung der damaligen Panzerpionierkompanie 50 aus Fritzlar in Singlis an. Einen Rückschlag gab es 1998, als das Schiff durch einen Brand schwer beschädigt wurde. Monate harter Arbeit lagen vor den Marinern. Inzwischen sind die Strapazen fast vergessen.

Normalerweise bekommt man zum Geburtstag Präsente. Die MK Borken machte es umgekehrt und überreichte der Stadt Borken unter anderem als Dank für die Unterstützung ein Modell des Küstenwachbootes 18, das Hans-Georg Braun in monatelanger Arbeit maßstabsgetreu nachgebaut hatte. Jetzt wird im Rathaus für einen geeigneten Platz gesorgt. (zzp)

Quelle: HNA

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