Konzession für Stromnetze geht an Fulda-Eder-Energie

Gudensberg. Die Stadt Gudensberg wird die Konzession für Stromnetze im Stadtgebiet an die Fulda-Eder-Energie (FEE) vergeben, an der die Stadt auch selbst beteiligt ist. Das beschlossen die Stadtverordneten am Donnerstagabend einstimmig.

Die Erlaubnis, Stromnetze in städtischen Straßen und auf dem Grund der Kommune zu betreiben, werde jeweils für 20 Jahre vergeben, erläuterte Büroleiter Ralf Lengemann. Dafür zahlen die Netzbetreiber eine Abgabe an die Stadt, die sich nach der Menge des durchgeleiteten Stroms richtet. In Gudensberg summiert sie sich laut Lengemann auf 250 000 Euro im Jahr.

Für die Konzession in Gudensberg hatte es zwei Bewerber gegeben. Neben der FEE war das die Eon-Mitte, die demnächst EAM heißen wird. Die beiden Bewerbungen wurden anhand eines Rasters mit Anforderungen geprüft, dann wurden Punkte vergeben.

Es sei wichtig, dass es ein offener Wettbewerb sei, sagte Lengemann, damit die Entscheidung der Stadtverordneten nicht juristisch anfechtbar sei. Es dürfe dabei keine Rolle spiele, dass ein Anteil an der FEE der Stadt Gudensberg gehört.

Dieter Heer (CDU) betonte, dass man für die FEE eine detaillierte Bewertung des Netzes, eine realistische Gewinneinschätzung und einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik zu haben. Daher habe sich Gudensberg dem Rückkauf der EAM/Eon nicht angeschlossen, weil all das dort bisher nicht gegeben sei.

Heinrich Pohlmann (FDP) betonte, dass durch die Rekommunalisierung Geld in die Kasse der Stadt komme und die Kommunen Arbeitsplätze schaffen könnten. Für ihn habe höchste Priorität, dass der Strom bezahlbar bleibe.

Petra Gottwald (Grüne) sprach von einer „kleinen Sternstunde“, sei ihr politisches Engagement doch durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ausgelöst worden. Gudensberg sei mit Stromnetz, Photovoltaik und Windkraft auf einem hervorragenden Weg. Leider versuche die Bundesregierung, solch innovativen Ideen den „Wind aus den Segeln“ zu nehmen.

In Zukunft würden Prioritäten, etwa bei Netzinnovationen, nicht mehr nach den Interessen von großen Konzernen, sondern nach den Bedürfnissen der Region gesetzt, betonte Michael Höhmann (SPD). Außerdem bleibe der Gewinn in der Region.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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